Die oberhessische Presse vom 24.6.2006 teilt Folgendes mit:
„Guten Morgen! Einen Tag vor dem Spiel gegen Schwede kam die WM-Euphorie auch über die IKEA-Niederlassung in Hamburg-Moorfleet. Ein Team von Radio Hamburg verhängte den Schriftzug des schwedischen Möbelhauses mit deutschen Fahnen. Man wolle zeigen, dass der deutschen Elf gegen Schweden fest die Daumen gedrückt werden, sagte ein Sprecher des Senders. IKEA nahm es mit Humor. Gewinne Schweden, müsse der Sender eine Flagge Schwedens vors Studio hängen.“
Wer hier nicht die unverhüllte Drohung nationalistischen Sendungsbewusstseins erkennt, muss wahrlich mit Dummheit geschlagen sein. Interessant ist die Verdinglichung, nicht das Team von Radio Hamburg, sondern die unbewusst in ihnen arbeitende „WM-Euphorie“ sei über Ikea gekommen wie eine Naturkatastrophe. Scharfsinnig erkennt Ikea die Lage und verweist mit dem unrealistischen Vorschlag auf die Gewaltförmigkeit der Aktion: Wer am Tage der Achtelfinalniederlage Deutschlands eine Fahne Schwedens aus dem Fester hängt kann sich zumindest einer Boykottbewegung, wenn nicht Brandstiftung und Sachbeschädigung sicher sein, Ikea will offensichtlich durch die Absurdität der Wette darauf aufmerksam machen, dass bereits die Herkunft des Konzerns den Nationalisten Provokation genug war, zur Tat zu schreiten, es also eine reale Angst vor Ausschreitungen gibt, die dem Sender bewusst gemacht werden soll.
Vom Idyll der friedlich feiernden Masse sticht auch ein Vorfall in Marburg ab, der sicherlich kein Ausnahmefall ist: Mehrere 16-18-Jährige Jugendliche verfolgten eine 23-Jährige um sie zum Schminken mit den Nationalfarben zu nötigen. Dabei kam es auch zu einem versuchtem sexuellem Übergriff. Die Frau konnte in eine befreundete WG flüchten.
schlipsiltis
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(7.7.06 18:05)
Ja, es ist wirklich krass, wie schwarz-rot-goldene Marburger so abgehn - ich hab mal einen kleinen Report über einige Geschehnisse am "Abend der Niederlage" verfasst: