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Das Märchen vom lieben Onkel Saddam

„Saddam Husseins letztes Gefecht? Der lange Weg in den III. Golfkrieg.“ Hrg. von Thomas von der Osten-Sacken und Arras Fatah. Erschienen bei konkret Verlag Hamburg, 283 Seiten.
ISBN 4398017214807.

Der Irak ist in der Wahrnehmung von LinksakademikerInnen, AntiimperialistInnen und Friedensbewegten Ort allen utopischen Wunschdenkens. In diesem Wunschdenken hat die Zivilgesellschaft einen klaren Begriff von der Tyrannei, die Tyrannen sind vernünftige Menschen, die mit etwas interkulturellem Dialog von Gräueltaten absehen und je ärmer die Menschen werden, desto mehr begehren sie den Sturz des Tyrannen.

Kurz vor dem 3. Golfkrieg erschien beim Konkret Verlag ein Buch, das auch und erst recht nach dem Irakkrieg, der diesem heimeligem kollektiven Raunen von Frieden und Dialog eine schmerzhafte Zäsur verpasste, lesenswert ist, weil es sich eben nicht einreiht in die ubiquitären islamwissenschaftlichen Artikel feullietonistischer Couleur.
Gegen gewohntes Denken drängen die 12 Autoren in 13 Artikeln dagegen an, dass das Baath-Regime durch bloßes Zusehen und modifizierte Embargopolitik zu verändern oder gar zu stürzen sei. Hilfe von außen müsse angesichts der aggressiven Politik Saddam Husseins eine militärische sein, eine Verweigerung bedeute Unterstützung für weiteres Morden einer völlig enthemmten Oligarchie.

Kanan Makiya umreißt in seinem Geleitwort den Wandel im Irak seit dem 2. Golfkrieg und dessen Vorbedingungen. Die Stabilität des baathistischen Terrorregimes sei erst durch den Golfkrieg in eine ernste Krise geraten und eine widerständige Bewegung so stark geworden, dass sie eine ernsthafte Bedrohung für das Regime darstellte. Lediglich das Ausbleiben der Besetzung des Landes habe letztlich zum Wiedererstarken des Regimes geführt.
Peter Slugger stellt die jüngere Geschichte des Iraks kurz und präzise vor und kommt zu dem Ergebnis, dass die Statik des Regimes auf Massenmord fusst, mit dem jedwedes revolutionäres Handeln der Bevölkerung von je her unterbunden wurde. Die Gestaltung eines post-baathistischen Staates sieht er in einem dezentralen Föderalismus mit dem der Panarabismus Husseins konkurriert.
Arras Fatah untersucht diesen postkolonialen Nationalismus und dessen Gestaltung durch die Baath-Partei. Für ihn ist der Baathismus „kein Übergang zwischen Tradition und Moderne, sondern ein Produkt der Moderne Selbst und eine spezifische Form ihrer Totalität.
Thomas Uwer analysiert die antiimperialistische Rhetorik und kommt zu dem Schluss, dass Krisen im ba’thistischen Staat Irak durch die spezifische Verfasstheit des Regimes stets in Massenmord und Terror umschlagen müssen.
Wie dieser Terror bis dato im allgemeinen aussah und gegen wen er sich richtete versucht er gemeinsam mit Thomas von der Osten Sacken darzustellen.

Khaled Salih liefert eine umfassende, aber knappe Schilderung der Anfal-Operation, während der die Ba’thisten schätzungsweise 100 000 Menschen im Nordirak systematisch ermordeten und die gesamte Infrastruktur zerschlugen. Die Hintergründe der Anfal-Operation und die Rückschlüsse auf das System erhellt Bachtiar Mohamed anhand der Symbolik der Mittel.
Die Entwässerung der Marschen im Südirak und die damit einhergehende Ermordung und Vertreibung der Marsch-Araber zeichnet Thomas von Osten-Sacken in knappen Daten nach.
Isam al-Khafaji legt den Vergleich zwischen dem Irak und Preußen nahe. Die Embargopolitik lehnt er nach umfassender Darstellung der Sachverhalte ab.

Die diplomatischen, ökonomischen und militärischen Interessen an einem ba’thistischen Irak hat Jörn Schulz recherchiert. Ofra Bengio stellt Vermutungen über eine Nachkriegsordnung an: Sezessionismus sei kaum zu befürchten. Den „Deutschen Exportweltmeister als Todeshändler“ entlarvt Hans Branscheidt. Er recherchiert Verknüpfungen und Parteinahme der deutschen Waffenhandelstreibenden und der Bundesregierung.
Dass das kurdische „Autonomiegebiet“ lediglich eingerichtet wurde, um sich eines Flüchtlingsproblems zu entledigen behaupten Thomas Uwer und Thomas von Osten-Sacken.
Wie das alles der deutschen Friedensbewegung aber nicht zur Abscheu vor dem Regime gereichte, sondern zu heftiger Unterstützung gegen jegliche militärische Aggression und teilweise sogar in Verklärung Saddam Husseins als antiimperialistischem Held mündete schildert zuletzt Andrea Woeldike.

Den Abschluss dieses rundum kritischen, vielseitigen, gelungenen und aufgrund der detaillierten Analyse auch visionären Buches bildet eine Zeittafel der wichtigsten Ereignisse des Irak.
Zu bemängeln bliebe ein in wenigen Anschnitten positivistisch anmutender Materialismus.
Auch nach dem Irakkrieg dient das Buch noch ausgezeichnet zum Verständnis des derzeitigen desolaten Zustandes über ein Verständnis der vorangegangenen Zerstörungen, ferner ermöglicht es einen intimen Blick in die Paradoxien des naiv-pazifistischen Verständnisses vom Ba’thistischen Regime, dem hier entschieden widersprochen wird.
Das Buch ist beim konkret Verlag und im Buchhandel für 14,80 € erhältlich.
9.4.06 14:06
 


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bisher 2 Kommentar(e)     TrackBack-URL


luise (13.4.06 14:42)
bravo,
herr oberstudienrat, sie haben es den gutmenschen mal wieder richtig besorgt. nur der stil, guter mann, klingt als hätten sie einen rohrstock verschluckt oder besser gleich ein ganzes ikea bücherregal. ausserdem stimmt die überschrift im kopf des blogs nicht. nicht wer weiterliest wird eines grausamen todes sterben, nein, es reicht schon, wenn man den text nur überfliegt! mir wird da alle paar tage ganz schlecht und deshalb melde ich mich bis auf weiteres ab. sonst wird ihre düstere prophezeihung noch wahr.
alah uh akbar und grüssen sie mir claudi roth und angelika beer, wenn sie demnächst hier intellektuell abgeschlachtet werden.
ihre luise schmatz


nichtidentisches (17.4.06 19:18)
Allah ist tot, meine Gutste! Und wir haben ihn getötet! Oder er hat hier was gelesen und sich aus lauter Verweiflung aufgehängt. War aber auch'n Hirni...

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