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Wie Michael Endes falscher Kapitalbegriff zum Antisemitismus treibt...

"Michael Ende, Anthroposoph, Esoteriker und Kinderbuchautor, diskutiert gerne mit dem Oberteutone Joseph Beys („Ich denke sowieso mit dem Knie“) über Gesell und Freiwirtschaft." Dies kurze, polemische Sätzlein genügte der durchschnittlich identitär-affektiv verfassten Linken allein als Grund, ihn in Bausch und Bogen zu verwerfen. Eine kritische Beschäftigung mit seinen literarischen Produkten stünde dann aber weiter aus. Daher sei hier ein Versuch geleistet, sein Werk einmal entgegen seinen Beteuerungen „er sei nicht geeignet die Probleme der Industriegesellschaft zu lösen“, anhand drei seiner Texte zu ihrer Konsequenz zu führen.

Momo, sicherlich allen bekannt als unschuldig reines, kleines, ewig junges Mädchen, protegiert in Ende’scher Antihelden-Manier eine kleinbürgerliche Idylle vor einer Heerschar finsterer, grauer Herren. Diese stimulieren mittels schwarzer Magie, die Michael Ende auch bei Hitler festgestellt haben will, Geldgier bei den von ihnen heimgesuchten Menschen und katapultieren das kleine italienische Dorf in den modernen Industriekapitalismus, in dem jegliche überschüssige Zeit von den grauen Männern als deren unabdingbares Lebenselixier "aufgeraucht" wird. Die Zeit der Menschen ist im Roman als Stundenblumen aufbewahrt, die durch den Kontakt der grauen Männer vergiftet wird. Fortan ist die freie Zeit nicht genießbar, und wird zu Gunsten der grauen Männer verarbeitet.

Zwar werden diese gehetzten und getriebenen Männer bisweilen als bemitleidenswert dargestellt, dennoch ist die einzige Konsequenz auf die Katastrophe das Eingreifen der Autorität „Meister Hora“, der Momo mit dem nötigen Mumm ausstattet, die grauen Herren in die Vernichtung zu treiben und den Arbeitern ihren Teil des produzierten Mehrwertes zurückzuerstatten. Ende glaubt merkwürdigerweise aber gerade nicht, „dass die Problematik, in der wir heute stehen, nämlich die Problematik der kapitalistischen Gesellschaft überhaupt, durch den bösartigen Charakter einiger weniger Ausbeuter zustande käme. Mir ging es darum, ein unmenschliches, antimenschliches System zu zeigen. Ich wollte eben gerade die Moral der Wildwestfilme vermeiden, in denen man alle Bösewichte totschießt. Und dann ist die Welt wieder in Ordnung. Ich wollte stattdessen mit der Momo eine bestimmte menschliche Haltung zeigen, ein Menschenbild, einen Anti-Helden, wenn ihr so wollt.“

Zur Erklärung: Man warf Ende von „marxistischer“ Seite recht gerne vor, die totzuschießenden „Ausbeuter“ nicht wie gewohnt als echte Menschen darzustellen, sondern nur als Gespenster, somit also am politischen Ziel vorbeigeschossen zu haben. Dadurch wird möglicherweise die scheinbare Paradoxie klarer, die zwischen Endes Werkinhalt und seinen Aussagen darüber entsteht. Zu fragen wäre weniger, wie Ende letztlich exakt seinen Inhalt gemeint hat, sondern wie das „soziale Bewusstsein“ aussieht, das er schaffen wollte.

Als in anthroposophischen Foren hochangesehene gesellschaftskritische Geschichte" gilt der „satanarcholügenialkohöllische Wunschpunsch“:
Ein böser Zauberer und seine Tante (Ich halte den Aspekt der „Sippschaft“ hier für zu wichtig um ihn außen vor zu lassen), eine Geldhexe „Tyrranja Vamperl“, müssen bis Mitternacht dem Höllenfürsten eine Reihe böser Taten leisten wie Flüsse (Brunnen) vergiften, Seuchen auslösen, und überhaupt alles erdenkliche Unheil über die Welt bringen. Man fragt sich, was das mit Gesellschaft zu tun hat, abgesehen von der dichten Ansammlung nahezu aller antisemitischer Stereotype, und merkwürdigerweise finden diese Stereotypien auch mit somnambuler Sicherheit zu ihrem eigentlichen Ziel:

Ein vom bösen Zauberer gefangenes Wesen ist das sogenannte Büchernörgele "...ein besonders scheußliches kleines Monster, [...] im Volksmund auch Klugscheißerchen oder Korinthenkackerli genannt. Diese kleinen Geister verbringen normalerweise ihr Dasein damit, dass sie an Büchern herumnörgeln." In einer Abbildung im Buch trägt es die unverkennbaren Züge von Marcel Reich-Ranicki. Kritik erscheint als Nörgelei, als „scheußliches Monster“, damit sich keine der beiden bis auf wenige Ausnahmen (Frau Malzahn z.B.) stets ontologisch entweder gut oder böse verfassten Mächte je außerhalb von Vernichtung oder autoritärem eingreifen ändern kann.
Nicht erst die NS-Propaganda stellte die Juden als "Getriebene", "Gehetzte", als übermächtige, stets mit Geld in Verbindung gebrachte, dem Satan hörige Unmenschen dar. Dass hinter allem schlechten ein Jude stecke, oder in den Ende'schen Märchen eine geldbesessene, satanische Sippschaft, ist das jahrhunderte alte falsche Bewusstsein von Kapitalismus, das von Proudhon über Bakunin, von Wagner bis zu Fichte und Hitler stets auf den Juden zielte und den Kern des modernen Antisemitismus ausmacht. Die einzige Abweichung Endes vom offenen Antisemitismus ist, dass er "Juden" nur am Rande, als "Büchernörgele", erwähnt, und die restlichen, qua Tradition schon zwingend erfolgenden Assoziationen dem Leser überlässt. Eine Absicht dahinter würde Ende mit Sicherheit energisch bestreiten, zu erkennen, dass dies antisemitische Stereotype sind, die ohne Nennung von Juden fortwirken wäre eine tiefe Kränkung auch für das sich völlig bewusst wähnende Individuum, das sich nun mit seinen halbbewussten und unbewussten Projektionen das erstemal konfrontiert sieht.

Die intellektuelle Literaturkritik in Diensten des noch böseren Brunnenvergifters und seiner Sippschaft, (ebenfalls eine uralte antisemitische Projektion) diese Projektion entspringt einem zutiefst gekränkten Narzissmus: Ende blieben trotz pausenloser hochdotierter Preise ernsthaftere Würdigungen durch die namhafte Literaturkritik versagt. Zudem betrügt ihn sein Steuerberater um Millionen und hinterlässt ihn ruiniert. Da kann natürlich nur „die Tyrannei des Geldes“, personifiziert in der Geldhexe, schuld sein, nicht etwa seine eigene Naivität im Umgang mit dem eigenen, natürlich wohlverdienten Reichtum. Mit Joseph Beuys psalmodiert er in Japan darüber, wie diese Tyrannei zustande komme und wie man sie lösen könne. Unter anderem stellt er sich das ungefähr wie folgt vor:
„Aber der Typ Momo kann diese Gemeinschaft herstellen, dieses Netzwerk von Freunden und Gleichgesinnten, die gemeinsam stark genug sind, den Grauen Herren zu begegnen.“ Wiederum eine idealtypische narzisstische Projektion, nämlich die auf das angeblich reine, unverdorbene Kind. Ende sieht also sehr wohl in seinem Werk eine Anleitung zur Überwindung "schädlicher" Einstellungen. Warum kann Momo aber genauso wie Jim Knopf stets nur agieren? Mittels väterlicher Autorität, die gleichsam über jegliche bösen MagierInnen erhaben sei. Meister Hora und Lukas der Lokomotivführer sind die unbesiegbaren omnipotenten Protagonisten (die die Zeit anhalten, einen Looping spucken und Stahl mit den Händen verbiegen), die dem Bösen wie z.B. den intriganten Bonzen um den rechtschaffenen Kaiser von China, oder eben den grauen Männern entgegentreten können, die „anti-heldenhaftes“ Handeln durch die hoffnungslos guten und naiven Kinder Jim Knopf und Momo erst ermöglichen. Wo also Ende lediglich die Gemeinschaft der Momos als Ausweg ansieht, blendet er die in seinen Geschichten implizierten Überväter und Führer aus, die diese Gemeinschaft dann notwendig leiten müssten in ihrem Kampf gegen Tyrannei und „Geldsystem“, denn nur sie ermöglichen in seinen (im übrigen tatsächlich meisterhaft erzählten) Geschichten wirkliche Handlungsfähigkeit, die narzisstischen Projektionsflächen sind allein hilflos wie Momo ohne Kassiopeia.

Wo diese Vermittlung gemeinschaftlicher Handlungsmacht durch die Führerfiguren fehlt, schlägt dann auch die „Befreiung“, die letztlich stets nur Vernichtung (der grauen Herren und der bösen Magier) ist, in passives Verharren um, ohne väterliche Autorität weiß selbst Ende nicht weiter, wie etwa im pessimistischeren „Gauklermärchen“ deutlich wird:
Der profitorientierte Chemiekonzern will auf dem Wagenplatz eines bankrotten Wanderzirkus erweitern und sich der ungebetenen Artisten entledigen. Damit diese das Feld räumen, bieten sie ihnen eine Stellung als Promotion-Zirkus an. Da aber Elli, ein behindertes Mädchen, das in einem Graben nach einem Chemieunfall gefunden wurde, dem Image abträglich sein könnte, soll sich der Zirkus von ihr lösen und sie einem Heim überantworten. Nach einem endetypischen Vexierspiel aus Realität und Phantasiewelt, entscheiden sich die ProtagonistInnen gegen den Vorschlag und bleiben in enger Umarmung auf dem Platz bis sie von knüppelbewehrten „Bütteln“ des Konzerns gewaltsam vertrieben werden.

Horkheimer wäre dazu anzuwenden: „Der kleine Kaufmann überträgt gleichwohl seine eigenen Schwierigkeiten gesteigert auf die Führer der verkrusteten Industrie. Wenn er selbst schon in seinen drückenden Verhältnissen fortwährend lavieren muß, um nicht unterzugehen, so müssen nach seiner Meinung jene in der Tat Genies sein, um oben zu bleiben.“ Wirtschaftlicher Erfolg und damit beschränkter Einfluss wird so zum magisch verklärten, und letztlich zum dämonischen. Der Kapitalist erscheint nicht mehr selbst als abhängig von Gesetzen der Marktes, vielmehr wird er in der Endeschen wie in der antisemitischen Ideologie selbst Schöpfer dieser Gesetze durch magische Kräfte. Dieser Übermacht sei folglich nur die Gemeinschaft der Momos, der Aufstand der Anständigen, die Gegenmacht, der global djihad oder die Hegemonie in der Zivilgesellschaft entgegenzustellen.

Nun wäre es aber gänzlich unemanzipatorisch, Eltern aufzufordern,
ihren Kindern Momo zu verbieten. Wo ein kritisches Bewusstsein nicht so gefördert wird, dass es auch mal in der Lage ist, die einmal gelesenen Kindermärchen kritisch zu reflektieren, bleibt auch der „Kommunismus für Kinder“ nur ein propagandistisches Kindermärchen, mit dem „vernünftiges“ Verhalten lediglich eingetrichtert wird, nicht aber auf Vernunft baut.
31.3.06 13:11
 


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bisher 31 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Dr. Dean / Website (2.4.06 14:38)
Ähem: Sorry, ich finde, dein Text ist dem Thema nicht sehr gerecht geworden. Außerdem, dein Text liest sich ziemlich schlimm. Verzeihung! Aber so ist das leider.

Das Gelehrtendeutsch der wilhelminischen Epoche (in schlimmster Form in der deutschen Philosophie zu betrachten) ist selten für irgendwas gut. Dies gilt besonders, wenn es an der Aussage fehlt.


luise (3.4.06 14:56)
grauenhafter text und schlechtes deutsch.
hat der autor erkenntnisgewinn(?)
der geneigte leser nicht!

luise koschintzky


jup (12.8.06 00:55)
Ich halte eigentlich recht viel von der klassischen deutschen Philosophie, so auch von ihrem "Gelehrtendeutsch". Aber was hat das mit dem obigen Text zu tun? Wie schon gesagt, der Sinn scheint zu fehlen. Je mehr ich mir den Text jedoch anschaue, um so mehr glaube ich an einen Scherz bzw. einen automatisch generierten.


Nichtidentisches (12.8.06 11:35)
Wer ist denn für dich "klassische deutsche Philosophie"? Heidegger?

Oder benenne doch genau einen Satz, oder zwei, an denen du dein Urteil festmachst.
"automatisch generiert":
Klar hab ich einen "Adornator 3000r", der mir jeglichen Autor kritisch-theoretisch verreißt. Den musste ich aber auch erstmal füttern und programmieren... Gar nicht so leicht mit einem Notebook aus dem letzten Jahrtausend. Ich hab ihn mir dann der Einfachkeit halber zwischen Hippothalamus und Zirbeldrüse implantieren lassen, das war erstmal schmerzhaft, sage ich dir...


thomas grau (2.2.08 23:37)
Entschuldigung, aber das ist literarische Hilflosigkeit auf Papier geschissen.
Ein wunderbares Exempel für das Schaffen von Verbindungen, die an für sich nie exisitert haben, um Ende etwas vorzuwerfen, was er nie gesagt hat.
Das ganze in einer ganz tollen, geschwollenen Diktion vergetragen. Da hat jeder sofort Respekt und weiß, wie toll du bist.
Setzen, sechs.


nichtidentisches / Website (3.2.08 11:06)
Was genau hat Ende nie gesagt?


jakob / Website (2.6.08 21:17)
Es spricht ja durchaus für die Relevanz der Blogosphäre, dass hier Ende-Fans aufgetaucht sind, die sich provoziert fühlen.
Nun ja, ich habe Ende als Kind gelesen und gemocht - wen wundert's, war ich doch ein kleiner lieber Junge. Jetzt bin ich etwas weniger klein und lieb und habe dafür diesen Artikel gelesen und nicht nur gemocht, sondern auch einen gewissen Erkenntnisgewinn verspürt. Dafür herzlichen Dank!


luigi oktomonte (6.6.08 09:52)
den wunsch-punsch hab ich nie gelesen, momo dagegen schon und verwende das buch oft in psychotherapien. ob "die gemeinschaft der momos" die gesellschaft revolutionieren kann, sei dahingestellt. für das (von gesellschaftlichen zwängen) getrieben und gehetzte induviduum liefern allerdings beppo straßenkehrer und momo verwertbare anregungen. auch, dass momo keine rambo-einzelkämpferin ist, sondern in hora mystisch-mächtige hilfe findet, kommt mir da eher gut zupass (= suche nach ressourcen). übrigens ist hora ohne momo ganz handlungsunfähig - er kann nur momos handlung ermöglichen; er ist eben nicht realer, äußerer Vater, sondern verinnerlichte Vaterrepräsentanz und damit ein Teil der Heldin. sehr genossen habe ich nebenbei den text zu jim knopf!


luigi oktomonte (6.6.08 12:41)
...und dann ging mir die sache noch nicht aus dem Kopf. Lukas ist ohne frage ein (äußerer) Übervater. Nun handelt es sich bei Jim Knopf aber um ein Kinderbuch mit einem kindlichen (Anti?-)Helden. Darum möchte ich eine entwicklungspsychologische Perspektive ergänzen: bis zu einem gewissen Alter werden die eigenen Eltern (hoffentlich) als allmächtig erlebt. Dieses Bild erhält notwendigerweise irgendwann einen Knacks. Wichtiger ist mir aber: die ödipale Situation der Konkurrenz mit dem gleichgeschlechtlichen Elternteil (Genderaspekte lass ich hier mal aus) wird durch Identifikation mit eben diesem Elternteil aufgelöst. Dessen / Deren Macht oder Ohnmacht wird also später Teil des eigenen Selbstbildes. Nun erscheint mir zum Ziel der Emanzipation ein Selbstbild als fähig und mächtig günstiger als ein hilfloses. Und die Erkenntnis der Nicht-alllmacht der Eltern ("ich kann ihre Fehler sehen; sie sind nicht allmächtig und ich bin ihnen zumindest ebenbürtig") ist vor allem dann wirkungsvoll, wenn sie selbst gewonnen wird und nicht vorgekaut - und zwar erst dann gewonnen wird, wenn das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten (auch über o.g. Identifikation) soweit gewachsen ist, dass allmächtige Eltern verzichtbar geworden sind. Andernfalls droht die ständige Suche nach narzisstischer Bestätigung oder starken, schützenden Führern/Eltern bei fortbestehender tiefer Unsicherheit.


Nichtidentisches / Website (6.6.08 12:55)
Du wendest Momo bei Psychotherapien an? Darüber musst du ausführlicher erzählen, das würde mich interessieren.
Momo, und das stellt Siemionek ganz gut dar, ist allerdings eine recht handlungsarme, passive Gestalt, die nur von äußeren Reizen (Schildkröte) zur Aktion verleitet wird, die allerdings auch nur eine des passiven Verharrens, Mitmachens, etc. ist.
Was den Übervater Hora gefährdet ist die konzertierte Aktion der ums Überleben kämpfenden grauen Herren, evtl. brächte hier Geschwisterhorde und Totem und Tabu mehr. Ebenfalls von Siemionek ganz gut herausgearbeitet ist der analsadistische Impuls, mit dem Momo die grauen Herren emotionslos vernichtet. Es kann kein Mitleid geben.


Nichtidentisches / Website (6.6.08 12:58)
Bei Jim Knopf geht die Projektion allerdings von einem Erwachsenen aus und ist da in einem gesellschaftlichen Kontext eingearbeitet: Kinder werden zwar als schwach, aber weise und intellektuell überwertig stilisiert. Was ihnen notgedrungen der einzige Weg ist, sich zu bewähren, gerät zum Ideal, das als solches primär den erotischen Anteil, die sexuellen Konflikte, aus denen diese "weisheit", die häufig (vorläufige) Unterwerfung ist, hervorgeht.


Nichtidentisches / Website (6.6.08 13:02)
Von daher ist Jim Knopf eine Entwicklungsgeschichte. Als aus der Perspektive eines Erwachsenen geschrieben ist sie jedoch schon wieder fehlgeleitete, auf internalisierte und nicht aufgearbeitete Zwänge abgestimmt, die durch die Anbindung an reale Konflikte reproduziert werden.
Die Triangulierung wird bei Ende zugunsten der Vaterbindung gelöst. Die Intellektualität der Prinzessin erscheint bedrohlich und unangenehm, die der Frau Mahlzahn als Ergebnis eines gewaltsamen Aktes entstanden.


luigi oktomonte (6.6.08 16:15)
da ich die bücher vor langer zeit gelesen habe, greife ich nur auf bruchstücke zurück: beppos beschreibung seiner arbeitsweise (der NÄCHSTE schritt, nicht der übernächste oder letzte) passt ziemlich oft auf den therapieprozess selbst oder auf lebensprobleme (v.a. bei grübelneigung und zu hohen ansprüchen an sich selbst); die unendliche geschichte ist auch gut: bastian hat ein amulett, mit dem alle seine wünsche in erfüllung gehen. er wünscht sich aus der wüste weg, aber nix passiert - weil er sich eben nur "weg" und nicht woanders "hin" gewünscht hat. jetzt, da ich mehr über die bücher nachdenke, kommt mir auch gerade die vernichtung der grauen herren potenziell sehr fruchtbar vor. es wäre individuell zu bestimmen, wofür sie stehen - jedenfalls wären sie etwas, dass ich selbst (mit meiner zeit, oder was auch immer) füttere, das mir dann übermächtig erscheint und weltbeherrschend wird. wenn ich aber einen weg finde, es nicht mehr zu füttern (auch im buch nicht so einfach), löst es sich auf. werd ich bald mal ausprobieren!


luigi oktomente (6.6.08 16:46)
bzgl. Jim Knopf: ich kann dir nicht ganz folgen. einerseits ist auch meine j.k. lektüre ziemlich lange her (ein großteil der handlung ist mir durch deinen anderen artikel erst wieder vage ins gedächtnis gerufen worden), andererseits kann das auch mit deinen komplizierten schachtelsätzen zusammenhängen (sicher, dass die alle vollständig sind?). trotzdem würd ich den faden gerne weiterverfolgen. Könntest du deine letzten kommentare mit direkten textbezügen zu j.k. versehen?


luigi oktomente (6.6.08 17:01)
noch mehr zu Momo: in der therapeutischen anwendung würde ich auch die schildkröte als teil der innenwelt begreifen;vgl. imagination "innerer helfer" - oft sprechende tiere. die gestaltgebung ist oft eine gute möglichkeit, sich selbst rat/kraft zu geben - man weiß oft eigentlich, wo xy hinführt(kann eine halbe stunde in die zukunft sehen), will es sich aber nicht eingestehen. man selbst als schildktöte kann es sich als mensch dann aber sagen. wenn die grauen herren als äußere menschen gesehen werden, ist es wirklich nicht so nett, sie zu vernichten. wenn sie a) in der psychotherapie für (im einzelfall zu bestimmende) innere strukturen ober b) in einer betrachtung der gesellschaft für eine bestimmtes system stehen, finde ich ihre mitleidlose vernichtung (statt aussöhnung oder reformation) weniger schlimm.


Nichtidentisches / Website (6.6.08 17:22)
Da es aber keine phantastische Metapher ist, sondern durchaus konkrete Lebensbezüge hat und die Industrialisierung ebenso aufgreift wie irgend einen Hauch vom Fetischismus der Ware, kann es nicht nur um inwendiges gehen, sondern dann ist beides vermittelt zu denken.
Die psychologische Arbeit der "Vernichtung" würde ich als Abspaltung oder Verdrängung durchaus nicht mit der therapeutischen reflektierenden Auflösung verwechseln. Ein therapeutischer Ansatz würde ja nicht den Vernichtungsstreit zwischen Gut und Böse betonen, sondern auf eigene Anteile verweisen und evtl. eine Versöhnung mit den grauen Herren anstreben, die ja nicht im Geringsten auftaucht. Dass sich die Menschen selbst ihrer Zeit bemächtigen geschieht ja nicht durch Aufklärung über Verhältnisse, sondern über die von außen kommende Erlösung durch Momo.


Jonas Jäger (19.12.08 23:29)
Prizipiell ist alles halbwegs unkritisch - im doppelten Wortsinn- bis auf den Abschnitt über den Antisemitismus; die Begründung, wenn man sie so nennen will, ist einer der peinlichsten Auswüchse des Pseudo Political Correctness /Kollektivschuldbewusstseins, die ich je gesehen habe!!!!



epicfail (22.6.09 07:41)
sag mal... man kann auch irgendeinen scheiß schreiben und dann antisemitismus da mit reinbringen und sofort ist es ein halbwegs tauglicher text...
interpretationsfail.


labros (26.3.10 17:23)
Es ist sehr interessant, was du da zusammengefasst hast und ich würde nicht so weit gehen und sagen, dass das absoluter Schwachsinn ist. Es ist eben deine Meinung. Jedoch sehr kritisch finde ich den Punkt mit dem Antisemitismus. Natürlich geht man damit bei uns sehr vorsichtig um, wohl auch zurecht, weil es ihn noch häufig in unserer gesellschaft gibt, das weiß ich weil ich selbst jüdische Verwandten habe. Jedoch kann man meiner Meinung nach keinem Autor eine politische
Ansicht unterstellen, wenn er diese vorher nicht explizit geäußert hat. Natürlich ist es richtig sich mit Texten und Inhalten kritisch auseinanderzusetzen speziell, wenn man gedenkt sie Kindern vorzulesen, jedoch kann man meiner Meinung nach Michael Ende, jemand der in Büchern wie Jim Knopf auf Völkerverstäündigung pocht so etwas nicht unterstellen, obwohl es vielleicht so wirken mag. Das er selbst nicht mit Geld umgehen konnte glaube ich auch, jedoch hat er indirekt schon vor 20 Jahren die Weltwirtschaftskrise vorhergesagt. Außerdem dient das Bücher-Nörgele nicht als jüdisches Stereotyp, sondern als Symbol für alle Buchkritiker und er trägt in der Illustration deswegen Reich-Ranickis Gesicht, weil dieser zu jener Zeit der berühmteste Buchkritiker war. Darüber hinaus hat Michael Ende nur deswegen keine Preise zu der Zeit gewonnen, da sich die Kritiker zu dieser Zeit hauptsächlich mit realistischen Werken auseinander gesetzt haben. Jedoch sprechen die Verkaufszahlen der Bücher, sowie die Charaktere die diese Bücher lieben für sich.


Adam S. (1.8.10 05:27)
Der Text ist keine Überinterpretation, sondern gängige Theorie zur Entstehung von Antisemitismus. Die Stereotypen, die da bedient werden, sind eindeutig.
Die Kritik an diesem Text ist unsachlich. Da wird der Inhalt verworfen, weil die Form nicht gefällt. Die Beschreibung der Antisemitismustheorie wird als Überinterpretation verworfen, was wohl nur von der Unkenntnis des Kritikers zeugt. Alles in allem geht die Kritik niemals zur Sache, sondern bleibt immer oberflächlich und verrät mehr über den Kritiker als über den kritisierten Text.
Ein Dankeschön an den Autor.


merlin (21.3.12 19:01)
zum text: ein paar interessante thesen, eine deplatzierte antisemitismuskeule, und ein fetter sprachlicher nebelwerfer.

schade um die zeit das zu lesen.


Stefan George (12.11.12 19:45)
Das ist ja wirklich das hilfloseste geschwätz, dass hier aufs unschuldige papier gekritzelt wurde. da hat einer mal wieder gemeint klug zu scheißen und hat dabei nur unsinn und proletengeseiere fertiggebracht. hauptsache was von antisemismus gebrabbelt und gemeint damit wirds feuilletontauglich? weit gefehlt.

Setzen, 6!


zammy (1.2.13 12:20)
Autsch, antisemitisch ist der Text noch dazu...!

"Ein vom bösen Zauberer gefangenes Wesen ist das sogenannte Büchernörgele "...ein besonders scheußliches kleines Monster, [...] im Volksmund auch Klugscheißerchen oder Korinthenkackerli genannt. Diese kleinen Geister verbringen normalerweise ihr Dasein damit, dass sie an Büchern herumnörgeln." In einer Abbildung im Buch trägt es die unverkennbaren Züge von Marcel Reich-Ranicki."

Mal abgesehen davon das dieser Abschnitt exemplarisch für die, bis zur Unkenntlichkeit getrieben Verschachtelung, des Textes steht....

Die Analogie ist Antisemitismus is Reinform. Eine Ironische Anspielung auf Ranicki ist erstmal eine ironische Anspielung auf Ranicki. Antisemitisch wird das dann, wenn man Ranicki nicht mehr als Individuum betrachtet sondern exemplarisch für Jüdischkeit definiert. Man schließt also von einer Person auf eine ganze Gruppe. Das ist Gleichsetzung und Ignoranz in Reinform und wurde, nicht von Ende in seinem Buch sondern, von dem zweifelhaften Autor dieser "Abhandlung" betrieben.

Herzlichen Glückwunsch zu Ihren Leistungen als versteckter Antismeit!


ANONYM (12.2.13 12:07)
Proudhon, Bakunin und Hitler in einem Atemzug nennen... bist du total bekloppt?! Völlig verkürzt... typisch antideutsch!


Felix RIedel / Website (16.4.13 10:53)
"ist das jahrhunderte alte falsche Bewusstsein von Kapitalismus, das von Proudhon über Bakunin, von Wagner bis zu Fichte und Hitler stets auf den Juden zielte und den Kern des modernen Antisemitismus ausmacht" - ob man dazwischen atmet oder nicht: Behauptet wird eine Kontinuität (nicht eine Identität) von Antisemitismus. Recherchiere mal zu Bakunin die Seite 400 in den Schriften, zu Proudhon tut es google.


Oz (26.8.15 11:42)
also der part mit dem wunschpunsch und antisemitismus ist so weit hergeholt, das es wirklich nicht mehr witzig is oder.. gesund sein könnte. dem autor wird nahegelegt sich das behandeln zu lassen.

wenn man sich selbst so sehr mit antisemitsmus und dem denken von geisteskranken nazis auseinandersetzt wie sie es tun müssen, kann ich mir schon vorstellen wie man auf solche wahnvorstellungen kommt.

wenn man darauf achtet dann stimmt es auch: im wunschpunch sind die böse hexe und der böse hexer sehr nach jüdischen stereotypen der nazis (!!!!!) beschrieben worden. weil die nazis die juden als das absolute böse darstellen wollten, haben sie ihnen "böse" attribute gegeben. weil michael ende die hexe und die hexerin als das absolute böse darstellen wollte, gab er ihnen ganz auch viele "böse" attribute.

und jetzt: klingelts? das sich da viele sachen decken KANN natürlich pure berechnung sein, es kann aber auch genausogut reiner zufall sein.

oder der leser ist halt so mit nazigewäsch gebrainwashed worden, das er in allem antisemitismus sieht.

solange michael ende nicht explizit juden solche attribute vorwirft kann man ihm auch nichts vorwerfen. bitte argumentier nicht mit theorien sondern mit fakten. dann wirst du auch einmal in deinem leben ernstgenommen. von irgendwem.


(27.8.15 02:40)
Also jetzt eine Interpretation von Karl Mays Winnetu bitte 😘


Bette (22.3.17 12:43)
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Erma (2.4.17 06:44)
Son para visitarlos mas mucho pero relajante alojarse en una casona posada típica de cantabria donde te ponen unos desayunos caseros riquismos.


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Rosetta (29.5.17 13:49)
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