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Hexenjagd in Saudi-Arabien

In Saudi-Arabien droht einer Frau die Exekution wegen Hexerei. Human Right Watch hat eine Petition dagegen verfasst, auf WOMD wird das prompt von "Mr.President" als Zeichen der Rückständigkeit kommentiert:

Hexen haben in Saudi-Arabien keine Chance: Staat und Religionspolizei gehen mit einer “zero tolerance”-Strategie gegen jegliche Aktivitäten mutmaßlicher Hexen vor. Man weiß allerdings nicht genau, was “Hexerei” eigentlich ist und im Rest der Welt glaubt auch niemand mehr so richtig an die Existenz von Hexen. Aber anscheinend bietet die Hexenjagd den Saudis einen tollen Vorwand um ihre Frauen noch brutaler zu unterdrücken.

Wenn diese Verrücktheiten keine Menschenleben kosten würden, dann würde man wohl laut darüber lachen. Arme Irre!

In vielen afrikanischen Staaten, v.a. Kamerun schmoren Menschen seit Jahrzehnten wegen Anti-Hexereigesetzen im Gefängnis, werden gesteinigt, verbrannt oder mit Macheten zerhackt. Wenn so etwas in Afrika, Indien oder Indonesien passiert, regt sich keiner derer, die vorgeblich wissen, was man im "Rest der Welt" so glaubt, darüber auf - möglicherweise einfach aus Unwissen. Informationen über moderne Hexenjagden, die seit 1900 mehr Opfer forderten, als die europäischen der frühen Moderne, erhält man schließlich nur als universitäre Bückware oder bei renommiertesten Medien alle halbe Jahre mal - man müsste andernfalls ernsthaft aktiv werden oder die Dialektik der Aufklärung verinnerlichen oder schlimmer noch: postkoloniale Subjekte kränken und kritisieren.
Wird in Iran eine Frau gesteinigt, gibt es zahlreiche Institutionen, die Petitionen verfassen und über die unterschiedlichsten Netzwerke weiterleiten. Das ist sehr gut so. Nur, warum habe ich noch keine einzige Petition gegen die in Kamerun üblichen Hexerei-Urteile oder die in Tansania weithin üblichen Lynchmorde gesehen? Das wirft in der Tat Fragen nach engstirniger, mithin ethnozentristischer Selektion der Lieblingsobjekte und allgemeiner Kritikfähigkeit auf. Anscheinend ist es weitaus unpopulärer, afrikanische Gesellschaften und Staaten zu kritisieren. Afrika wird lieber "geholfen" als gescholten.
In Iran hat das Engagement gegen Steinigungen, die anscheinend nur dort als Zeichen der Barbarei gelten, übrigens tatsächlich dazu geführt, dass Ehebrecherinnen fortan nicht mehr gesteinigt werden. Die Mullahs entschlossen sich, fortan nur noch zu erhängen. Welch ein Fortschritt.

16.2.08 20:41
 


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bisher 14 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Laura / Website (16.2.08 21:05)
Vielleicht, weil die Menschen kaum darüber informiert sind? Zumindest ich muss zugeben, dass ich mich diesbezüglich nicht auskenne. Ich kenne leider keine Studie, die untersucht hätte, welche Region eher in den Mainstreammedien auftaucht - aber spontan würde ich auf den Nahe Osten tippen.


Laura / Website (16.2.08 21:19)
Spinn' ich jetzt - oder wurde der Beitrag editiert?


mrpresident / Website (16.2.08 22:14)
Ich bin mir durchaus bewusst, dass es solche Hexengeschichten auch noch in anderen Ländern gibt (v.a. in Indonesien). Insofern war die Formulierung "im Rest der Welt glaubt auch niemand mehr so richtig an die Existenz von Hexen" wohl schlecht gewählt.
"Ethnozentristische Selektion der Lieblingsobjekte" lasse ich mir allerdings nur ungerne vorwerfen. Im Gegensatz zur deutschen Medienlandschaft und zur deutschen Bloggerszene taucht der Nahe Osten bei mir und in unserem Blog (Hotel Villa de Art) auch eher selten auf. Ich werde die dortige Menschenrechtslage allerdings auch weiterhin kritisieren. Unabhängig davon, ob das nun gerade "in Mode" ist, oder nicht.


nichtidentisches / Website (17.2.08 00:03)
schon ok so, bin ja auch dankbar für den link
kritikabel ist ja z.B. auch, dass HRW überhaupt nix relevantes zu Hexenjagden hat.

ach ja, der beitrag wurde editiert, sorry, passiert manchmal, wenn die noch frisch und ich zu unentschlossen bin...


nichtidentisches / Website (17.2.08 00:08)
" Das ist sehr gut so." sags nur nochmal an den mrpresident, auch wenn ich in der wortwahl schroff bin, es geht mir mehr darum, einen generellen Informationsmissstand zu bezeichnen und an deinem Beitrag nebenbei halt so eine gewisse Tendenz zum Archaisieren zu bekritteln, die auch eine allgemeine Wirkung hat. Das Posting hat mich ja auch erst auf den Saudi-Arabien-Link aufmerksam gemacht. gerade aus dem arabischen Raum liest man nämlich noch im Vergleich zu afrikanischen noch weniger über Hexenjagden, die da durchaus vorkommen.


Zelig / Website (17.2.08 10:43)
Soweit ich das weiß haben die "Hexenverfolgungen" in Saudi-Arabien vor allem den Zweck, gegen die verhassten Schiiten vorzugehen. Als Hexerei gelten dann Praktiken, die der schiitische Glaube vorsieht, der von den Sunniten aber abgelehnt werden. Ich vermute es handelt sich um ein Phänomen, dass nicht wirklich etwas mit den Hexenjagden auf dem afrikanischen Kontinent zu tun hat. These: In Saudi-Arabien handelt es sich um eine vom Staat organisierte Kampagne gegen Leute, die vom wahren Glauben abweichen und die mangels anderer Begrifflichkeiten einfach als Hexen bezeichnet werden.


nichtidentisches / Website (17.2.08 13:10)
Ui, das wäre interessant, hast du dazu eine Quelle?
Die Instrumentalisierungsthese hat sicherlich Substanz, nur verdeckt sie bisweilen doch die Möglichkeit, dass Menschen sehr aktiv an die Wirksamkeit von Magie und Hexerei glauben. Das ist in islamischen Ländern auch verbreitet, aus Jemen kenne ich beispielsweise Geschichten, dass Frauen als Hexen verjagt oder ertränkt wurden.
Ich meine, hierzulande glaubt eine Mehrheit der Bevölkerung an die technische (d.h. nicht Placebo) Wirksamkeit von Homöopathie, Heilsteinen und Akkupunktur. Man sollte es zunächst ernst nehmen, wenn Leute an Hexerei und Magie recht wirklich glauben. Für diese Leute sind Hexen nicht Metaphern, sondern real. Das macht sie so gefährlich.
Fernab dessen gibt es die Metaphorisierung von Strafbeständen wie Vergiften oder die Denunziation von Religionsgruppen durch gezielte Hexereivorwürfe. Diese Vorwürfe müssen allerdings auf eine Glaubhaftigkeit bei der Bevölkerung abzielen, sonst würden sie ja sagen: Das sind die bösen Schiiten, und müssten nicht den Umweg über die Hexerei nehmen, der dann das Schiitentum nachgestellt wird.


nichtidentisches / Website (17.2.08 13:14)
Was mir immer wieder unterkommt ist so eine Ungläubigkeit, dass Menschen noch an Hexerei glauben, daraus speist sich dann das Bedürfnis, das als Instrumentalisierung oder Metapher zu verstehen. Ich glaube, vielen ist nicht klar, wie sehr andere und sie selbst noch intellektuell weit hinter der Aufklärung sich befinden, obwohl sie durchaus schon das eine oder andere Mal im Flugzeug gesessen sind oder sogar welche bauen. Im mediterranen Raum ist der Glaube an Brujeria auch verbreitet, dort ist es v.a. der "böse Blick". Der Vatikan trägt ja sein eigenes Scherflein dazu bei, indem Exorzismen weiter gefördert und verteidigt werden.


bigm0uth / Website (17.2.08 14:02)
Ich meine, hierzulande glaubt eine Mehrheit der Bevölkerung an die technische (d.h. nicht Placebo) Wirksamkeit von Homöopathie, Heilsteinen und Akkupunktur. Man sollte es zunächst ernst nehmen, wenn Leute an Hexerei und Magie recht wirklich glauben.
leute glauben auch an verrückte sachen wie ddie selbstheilungskräfte des marktes oder psychoanalyse. letztere verbindet mit der hömopathie, dass sie in studein vom eroflg her nciht besonders gut aussieht, und wissenschaftlich stark unter kritik steht


nichtidentisches / Website (17.2.08 19:34)
Hach ja, was sich heute alles wissenschaftliche Kritik nennt. Nur dumm, dass es im einen Fall (Homöopathie) um unumstößliche physikalisch-mathematische Gesetze geht (Potenzierung) und im anderen (Psychoanalyse) um sehr wohl logisch erklärbare und auf dem Boden jeder Wissenschaft stehende Theorien, die sich auch als solche begreifen und darum die höchste Norm geisteswissenschaftlicher Wissenschaft erreichen - die Selbstreflexivität und das Aufzeigen eigener Grenzen. Die klassische Psychoanalyse nach Freud behauptet nicht, Krebs heilen zu können, nicht einmal, alle Neurosen oder geistigen Prozesse verstehen zu können. Mag sein, dass sie "in der Kritik" steht. Dieses Los teilt sie mit allen guten Theorien.
Homöopathie steht nicht in irgendeiner "wissenschaftlichen Kritik", sondern ist schlicht eine fernab jeder Wissenschaftlichkeit stattfindende Fata Morgana - sie ist widerlegbar mit physikalischem Schulbuchwissen Klasse 8.


frauvonbrevern / Website (18.2.08 11:57)
heute morgen habe ich eine erwänung der saudi-frauen und Hexenverfolgung auf DR gehört. Ist das zufällig oder ?...........


nichtidentisches / Website (19.2.08 11:07)
DR? Dominikanische Republik? Wäre dankbar für eine ungefähre Quellenangabe!


Zelig / Website (19.2.08 11:39)
Deutschlandradio?


grünes etwas (27.2.08 12:38)
http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,538108,00.html

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