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Drachenläufer

"Ich pisse auf die Mullahs und ihre Bärte."

Kein Wunder, dass die afghanischen Behörden den Film als "unruhestiftend" verboten haben. Afghanistan erinnert er an eine Zeit, in der Frauen unverschleiert auf der Straße gehen durften und in der eine eigene politische Meinung nicht Selbstmord war. Dem Antiamerikanismus hält er Amerika als Zuflucht der Verfolgten vor, als Land der freien Meinung. Bestechlichkeit wird regelrecht als zivilisatorische Qualität gefeiert. Und dem paschtschunischen Ehr- und Rassebegriff mutet er manche Kränkung zu. Zuviel Kritik für das Afghanistan, in dem immer noch die Scharia gilt und in dem außerhalb wie innerhalb der halbwegs befreiten Zonen Drogenbosse, Taliban und Warlords mit undurchsichtigen Interessen herrschen. Der Zensur gegenüber bleibt wenigstens das Schmuggeln von kompakten CDs und Downloads eine wirksame Waffe der Moderne. Vom politischen Aspekt her ist Drachenläufer also ein must-have-seen, schon aus Protest gegen das Verbot.

Vom cineastischen Aspekt aus betrachtet zeichnet sich das Werk vor allem durch ein paar nette Drachenszenen mit einer genialen Kameratechnik und sehr gute, wenngleich etwas kayalgeladene, Schauspieler aus. Ein angestrengter Realismus wirkt dagegen durch emotionale und erzählerische Behelfsmittel zwangsläufig weichgezeichnet. Das bemüht schmonzige Ende, das an den Anfang zurückkehrt, ein Kniff, der Heimeligkeit und ein "Es ist letztlich doch alles so wie es sein soll"-Gefühl erzeugen soll, wirkt zugemutet und synthetisch, wo vorher eher Widersprüche angesprochen wurden. Sadomasochistisch (d.h. in wechselnden Opfer-Täter-close-ups) ausgeleuchtete Vergewaltigungsszenen sind dazu generell als filmisches Mittel zu hinterfragen.

Aus analytischer Perspektive wird das Kastrationsspiel des Drachenabschneidens zum legitimierten ödipalen Aufstand des infantilen Narzissmus und zur homoerotischen Metapher. Verdrängte Homosexualität wird allerdings als notorisch gewaltförmige demaskiert. Dennoch bleibt die dauernde Leitlinie der Pädophilie und der Homosexualität als negatives Merkmal der Taliban etwas enervierend. Es hat den Anschein, als wären hier die zahllosen einzelnen Grausamkeiten auf das zusammengeschnitten, was gemeinhin als Konzentrat des Bösen gilt, um es so einfacher und kompakter abhandeln zu können. Auf diese Weise entsteht leider der fatale Eindruck, den Taliban sei nicht nur ihr rigider Moralismus, sondern vielmehr ihre Doppelmoral vorzuwerfen.
Der Frauenperspektive wird trotz einer "realistisch" ausgeleuchteten Steinigungsszene sehr wenig Raum gegeben, "Drachenläufer" ist vor allem ein Männerfilm mit Männerängsten, ambivalenten Vaterfiguren (zwei alleinerziehende Väter als Hauptdarsteller) und ödipalen Themen. Selbst als die Hauptdarstellerin Soraya den Aufstand gegen den rassistischen Paschtschunen-Vater wagen will, unterbricht sie der Protagonist Amir und übernimmt diesen Aufstand, vereinnahmt ihn in eigenem Interesse und aus Paternalismus.
Der Wiederholungszwang wird mystifiziert, ebenso das Gefühl des Besonderen auf eine besondere, spirituell verhauchte Fähigkeit reduziert, das Drachenfangen. Immerhin wird subtil ein interessanter Diskurs über eine eingangs im Opfern aufgehenden Liebe und dem am Ende geleisteten Austausch des masochistischen Hingebens geführt.

29.1.08 11:05
 


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