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Begrifflichkeiten am Rande des Wahnsinns - Die Koch-Ausländerkriminalitäts-Debatte

Giovanni di Lorenzo, Chefredakteur der "Zeit", Mitherausgeber des Spiegels, Verfasser mehrerer Publikationen gegen den Rechtsextremismus, Organisator der ersten Lichterketten... Ein solcher Mensch, so könnte man denken, müsste eigentlich über gewisse Sensibilität im Umgang mit Texten zu seinem Stammthema verfügen. In seinem Artikel "Koch und seine Kellner" versucht er den räsonierten Kritiker zu mimen und meint, die linken Platitüden zur Ausländerkriminalität als eigentliche Wahlhelfer Kochs ausmachen zu können. Dabei rutscht ihm dann folgende bezeichnende Passage heraus:
 
Über alle politischen Lager hinweg hätte man sagen können:
Ja, wir haben ein untragbares Gewaltproblem, und wir haben auch Probleme mit einer Gruppe von Migranten, die nicht konsequent genug verfolgt werden. Lasst uns also gemeinsam möglichst wirksame Maßnahmen auf den Weg bringen! Aber in der Rolle des einsamen Rächers von verängstigten U-Bahn-Fahrern bist du, Roland Koch, denkbar unglaubwürdig.
 
So kommt auch das antirassistische Deutschland zu sich selbst: Auf einmal sollen nicht mehr konkrete Verbrechen, sondern "Gruppen von Migranten" "konsequent genug" "verfolgt" werden. Nehmen wir das als abgründigen Lapsus hin, bleibt das Objekt des Artikels - die linke Unfähigkeit und Doppelmoral im Umgang mit solchen Themen - so berechtigt wie verfehlt.
Bereits die verkehrende Begrifflichkeit "Migranten" sagt alles über den deutschen Gehalt der Kritik aus: Flüchtlinge und Einwanderer werden auf eine Kategorie zugeschnitzt, die ihnen auf den Leib schreibt, was ihnen ein äußerer Zwang ist. Geht es doch bei den "Migranten" nicht um Kosmopoliten, Urlauber, die gerne und von Berufung wegen umherziehen wie etwa "Rucksacktouristen", sondern um Menschen, die wahrscheinlich in der Mehrheit liebend gerne nicht mehr "Migranten" wären, sondern ein ruhiges Zuhause fern von Armut und Krieg anstreben. In der Berufsbezeichnung "Migrant" ist die Weiterreise mitgedacht, auch und gerade weil die Verwender darin einen politisch korrekten Begriff geschaffen sehen wollen, und dabei das Falsche der Verhältnisse korrigiert meinen.
 
Unfug zudem, ernsthaft mit der deutschen Masse über Ausländer oder Kriminalität zu diskutieren. Es spielt für diese Bande keine Rolle, ob hier ein Grieche oder ein Inder jemanden brutal zusammenschlug, was übrigens Indern und Griechen täglich als nazistisches und gemeinhin für selbstverständlich akzeptiertes Verhängnis in ost- und westdeutschen Gefielden droht. Das Problem ist für sie nicht der potentielle Kriminelle im Ausländer, sondern der Ausländer im Menschen. Es werden doch bereits jetzt völlig harmlose, integrierte Familien nach Togo oder Kosovo abgeschoben, nur weil sie keine deutsche Großmutter aufweisen können. Menschen werden auf Monate und Jahre in Lagern gehalten, weil sie das "Verbrechen" begangen haben, die deutschen Staatsgrenzen zu überschreiten.
 
Die als "nichtdeutsch" skandalisierten Gewalttäter wurden in der Regel in Deutschland geboren, in deutschen Schulen erzogen und können nach deutschem Recht ebenso wie ein Deutscher bestraft werden.
Wer illegal hier lebt und auf Kleinkriminalität angewiesen ist, trägt darüber hinaus das Risiko einer Doppelbestrafung: Haft und Abschiebung. Soweit ist die rein juristische Dimension eine Luftnummer. Wer meint, Kulturalismus in der Rechtsprechung ausmachen zu können, mag dies tun: in einigen Fällen, wie etwa den Ehrenmorden ist dies drngend geboten. Jede Verschärfung am Strafrecht wird jedoch naturgemäß in die Richtung gehen, die von je im ganzen Gedöns der stets neu erkorenen Hardliner treibender und einziger Wunsch ist: Abschiebung und Ausschaffung aller Nichtarier, oder zumindest Nichtdeutschen.
Da nützt es auch wenig, wenn dieser Wunsch, wie in deutschen Foren vermehrt üblich, mit ein wenig deutschpatriotischer Israelsolidarität kaschiert werden soll. Im Zweifel erntet auch der sefardische Jude auf Deutschlandreise von jenen böse Blicke, die dem an Hautfarbe und Habitus in ihm vermuteten Araber und vermeintlich deutschenfeindlichen Islamisten gewidmet sind.
Schröders bejubeltes Comeback deutet nur auf die nackte Scheinheiligkeit in dieser Debatte: Solange der Soze die Ausschaffung krimineller Ausländer fordert, und sogar der vom Hörensagen janz Linke da, der Lafontaine gegen Fremdarbeiter stachelt, sieht der Volksmob in der ach so streitsamen Parteienlandschaft stets gleich und unwidersprochen aus den Wahlkreuzen. Uneins ist man dann bloß darüber, was man denn nun sagen darf. Die Geschichte eines modernen Staates, der Grundzüge der Aufklärung sich zuinnerst zu eigen gemacht hat, ist hierzulande unmöglich zu schreiben, "...da den Deutschen dazu nicht nur die Auffassungsfähigkeit und das Material, sondern auch die "sinnliche Gewißheit" abgeht und man jenseits des Rheins über solche Dinge keine Erfahrungen machen kann, weil dort keine Geschichte mehr vorgeht." (Marx/Engels: Die deutsche Ideologie, MEW 3, S. 30)

17.1.08 10:59
 


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