Tracy McVeigh
berichtete am 9.12.2007 im Guardian über Kinder, die derzeit im Nigerdelta als Hexen verstoßen, gefoltert und getötet werden. Eine Fülle an charismatischen Kirchen konkurriert um die Bevölkerung mit Exorzismen. Im lesenswerten Artikel werden die Hexenjagden meines Erachtens etwas zu sehr als Import verzeichnet. Jedoch ist nicht neu, dass evangelikale Kirchen den Hexenglauben als Hauptbetätigungsfeld erkennen, bedienen und schüren.
Das hat, wie im Fall der Zionist Christian Church in Südafrika durchaus nicht immer negative Folgen für die Opfer, die in diesen Kirchen eine oft einfache Rehabilitation oder sanftere Exorzismen erfahren. Hier sind die Opfer selbst das Ziel der Missionierungsbestrebungen.
Für geltungssüchtige Laienprediger allerdings liegt es nahe, mit drastischen Methoden Anschluss zu suchen und den autoritären Charakteren mittels banalster Propaganda ein schwaches Opfer zu präsentieren, an dem sie sich zum Volksmob einigen dürfen.
McVeigh bezeichnet die Hexenjagden gegen Kinder als für Nigeria neue Erscheinung. Aus der DRC und Kamerun ist bereits seit längerem der Hexereiverdacht gegen Kinder üblich, in anderen Regionen Afrikas sind bisweilen Kinder immun gegen Hexereianklagen, weil erst das Alter und Unfruchtbarkeit aus Menschen Hexen mache.
In Nigeria herrscht eine lange Tradition von kultischen Hexenjagden:
Von der Kultschrein-Bewegung "Atinga" über die Geheimbünde bis zu den
Bakassi Boys, einer hexenjagenden Bürgerwehr. Die hexenjagenden christlichen Seelenmähdrescher sind eine moderne Erweiterung dessen und weder ein Rückschritt noch ein unerwartetes Phänomen.
Dringend nötig ist die Unterstützung der Personen und Organisationen, die versuchen, dem Hexenglauben entgegenzutreten und den Betroffenen zu helfen: