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'Nervt eure Alte auch?' - Misogyner Mediamarkt

"Nervt eure Alte auch"? titelt derzeit ein Media-Markt-Plakat. Dem Betrachter wölbt sich eine in pathischer Wut verkniffene Mannsvisage entgegen, den Hintergrund schmückt ein Frauenkörper in den Vierzigern, dem das Bemühen ums Stereotyp des Heimchens anzusehen ist.

Die sexistische Wut, wie sie unselbstständige Männer hegen, die etwa die Autonomie eines ungewickelten Babys besitzen, soll eine bestimmte Käuferschicht inspirieren, die in den aufs gefährlichste zusammengekniffenen Augen die eigene Mordlust wiederfinden wollen und zugleich an die Anstrengung erinnert sind, die ihre künstliche Wut als Zeichen der Verdrängung sie kostet.

Die metonymische Verdopplung der "Alten" als Frau und als Ware spricht auf der verdrängten Ebene die heimlich erwünschte Fungibilität an: Die Frau umtauschen möchte, wer als Ersatzhandlung in den Laden stürmt um ein minderwertiges Ladegerät oder eine Taschenlampe zu erstehen. Dementsprechend pflanzt der Wunsch sich als Angstlust nachgerade fort: Einmal angesprochen reihen sich ihm alle Frauen als Waren, verfügbar und bestets penetrierend zugleich ein. Der Hass auf den Verlust der vergegenständlichten Arbeitskraft im Warentausch wird kanalisiert auf das dieses die verfügbare wie unverfügbare Ware repräsentierende Objekt, die Frau. Die verdrängte Homosexualität birst in der Zornesfalte hervor, mit der das Plakatmodell den männlichen Betrachter sich gleichzumachen versucht: Die Verschwörung der Männer als kaufende Bruderschaft, in der die Homosexualität gleichsam in Misogynie aufgehoben wird.

23.11.07 16:46
 


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bisher 34 Kommentar(e)     TrackBack-URL


rosenzweig / Website (24.11.07 20:08)
Mannomann. An dem Plakat (zufälligerweise das in der Frankfurter Strasse bei der Bushaltestelle?) bin ich heute auch vorbeigelaufen. Ist dir nicht aufgefallen, das der Typ mit dem Schnauzbart und seine Alte beides mal Olli Dietrich Dittsche in Verkleidung sind? Ich bin extra noch mal zurückgegangen um es "meiner Alten" zu zeigen. Sie fands auch lustig. Und ich möchte sie nicht umtauschen. Das ist schon eine ganz schön hysterische Wahrnehmung, mein lieber kritischer Theoretiker. So was soll nachlassen, wenn Marx und Engels irgendwann mal verdaut und ausgeschissen sind. Dazu ein kleiner Literaturtyp: Michael Holmes "Zur Kritik der Kritischen Theorie"
Mit besten Grüßen,
der Filousoph


xconroy (24.11.07 22:28)
Hm, Nichtidentisches. Ich denke mal, deine Interpretation - sicher auch emotionsgeleitet - war hier mal wieder "schärfer als die Realität". Ist mir schon damals bei deiner Kritik zum Simpsons-Film aufgefallen.

Wer eine Werbekampagne macht, der ist quasi darauf angewiesen, zu polarisieren. Sonst wird seinem Produkt nicht die Aufmerksamkeit gewidmet, die er erreichen möchte.

Daher spricht er mindestens zwei Gruppen an: die wohl eher kleine Dumpfmachogruppe, die du in deinem Artikel beschreibst und die sowas tatsächlich ernst nimmt, und die etwas größere Gruppe der gutmenschlich Empörten, die hoppdihopp nach dem Stöckchen springen und Aufgeregtheit generieren.Was du damit ja auch sehr schön gemacht hast.

Alles in allem also eine erfolgreiche Strategie seitens der zuständigen Werbeagentur.


Martin / Website (24.11.07 23:07)
Mir schien auch, dass die Gesichter zu einem Menschen gehören, der Teint der *Dame sieht ein wenig grobporig aus.
Weil mir die kerndeutsche Kulturtechnik der Kraniologie freilich fremd ist, mochte ich mir etwa über die Form der Nasenlöcher keine Gedanken machen. (Zumal der Aufnahmewinkel zu wünschen übrig lässt.)
Könnte es sein, dass ohnehin die neudeutsche Kulturtechnik der Ironie plaktativ präsentiert wird - wo auch immer?


nichtidentisches / Website (25.11.07 10:30)
Was mir hier so nicht-emotionsgeleitete Kritiker der kritischen Theorie an Verharmlosung entgegenwerfen ist ja hahnebüchen.
Mir scheint kein Weg am Faktum vorbeizuführen, dass in diesem Plakat ein gewisser sexistischer Gestus zelebriert wird und auch über das "Verlachen" nur abgesegnet wird. Die Drohung ist brachial ausgestaltet und kein Weg führt darum herum, die reale Situation wahrzunehmen, die dieses Plakat spiegelt und spiegeln möchte. Von "ironischer" Überzeichnung kann da keine Rede sein.

Von Michael Holmes eher analphabetisch zu nennender Adorno-Lektüre halte ich so viel, als darin tatsächlich reflektiert wird, nämlich nichts. Ein nicht einmal beachtenswerter Versuch mit einen Horizont von 0 einen Standpunkt klarzumachen.


rosenzweig (25.11.07 11:00)
Naja, wenn dich das Faktum, das auf Plakaten "ein gewisser sexistischer Gestus zelebriert wird", so sehr auf- und zum Schreiben anregt, dann hast du ja noch viel zu tun. Da möchte ich dich nicht weiter bei stören.
Noch viel Spaß. (Wurden bei Adorno nicht nach seinem Tod Pornos unter dem Bett gefunden?)


xconroy (25.11.07 12:30)
Ich erinnere mich da an eine TV-Werbung (für irgendein Putzmittel), in der eine Frau das Gesicht ihres Freundes/Mannes brutal über einen dreckigen Herd schrubbte. Oder den bezeichnenden Blick einer Frau auf das beste Stück ihres Mannes während der Worte "das ist ja fast nichts" bei einer arcor-Reklame. Es gibt auch Werbung a la "nervt euer Kerl auch", mir fällt nur gerade das beworbene Produkt nicht mehr ein.

Also was da an anti-männlicher Brachialfeministenpropaganda rüberkommt und durch die ironische Überzeichnung nur bestätigt und abgesegnet wird, das geht schon auf keine Kuhhaut mehr. Der dahinter versteckte Männerhass und die darin codierte, aber unübersehbare lesbische Homosexualität sind für das kritische Auge nicht zu übersehen.


nichtidentisches / Website (25.11.07 12:58)
@rosenzweig: Ich weiß nicht, was für eine Aussage du über Menschen triffst, die Pornographie konsumieren. Könntest du das erläutern? Findest du die eklig, pervers, unmoralisch, unglaubwürdig?
Und in was für einem Zusammenhang steht das zu dem hier vorgestellten?

@xconroy: Danke für die Ergänzung, die kannte ich nicht, die mit dem Herd fiel mir auch mal auf. Wobei das merkwürdigerweise auch sehr verbreitete Männerphantasien anspricht. Männerhass geht d'accord, ob weibliche Homosexualität in ähnlichem Ausmaße darin wirkt, bezweifle ich, das hat eher den Wunsch der Umkehrung, des gebrauchens des Mannes und ruft nicht in gleicher Weise zur Abschaffung des Objekts auf, eher zu seinem lustvollen Gebrauch als absolutes Objekt.


emma (25.11.07 16:13)
"Ich bin extra noch mal zurückgegangen um es 'meiner Alten' zu zeigen. Sie fands auch lustig. Und ich möchte sie nicht umtauschen.(...),wenn Marx und Engels irgendwann mal VERDAUT und AUSGESCHISSEN sind." (rosenzweig)

aha?!



was wäre nur die blog-welt ohne kommentarfunktion?!


rosenzweig (26.11.07 09:14)
"Ich weiß nicht, was für eine Aussage du über Menschen triffst, die Pornographie konsumieren. Könntest du das erläutern? Findest du die eklig, pervers, unmoralisch, unglaubwürdig?"
Falls sie Pornographie konsumieren und sich gleichzeitig über ein solches Plakat aufregen, würde ich ich sie unglaubwürdig finden.
Und du solltest dich nicht weiter aufregen, sondern einfach mal zugeben das du nicht geschnallt hast, das der Alte und die Alte auf dem Plakat ein und dieselbe Person in Verkleidung sind und das die Empörung, die aufgrund dieses Nichterkennen des Witzes in dir hervorgerufen wurde, von der Werbeagentur einkalkuliert war, du also auf eine clevere Werbestrategie vom Mediamarkt reingefallen bist. Und dies macht dich und dein Adorno Geschwurbel auch unglaubwürdig, weil es nämlich Realitätsferne demonstriert, die für den Elfenbeinturm der kritischen Theorie so wesentlich ist. Weil, in dem Moment, wo kritische Theorie und Reailtät sich berühren, der eigentlich totalitäre Kern des Menschenbildes der kritischen Theorie zutage tritt. Und du hast das hier super demonstriert. Ebenso wie emma: weil eure Alternative ist doch Verleumdung (d.h. insistieren auf einem "falschen Bewußtsein" des "Feindes") und daraus notwendig folgende Deprogrammierung bzw. Umerziehung. Die Mutter aller political correctness.


rosenzweig (26.11.07 10:12)
"aha?!" (emma)

aha?! was? Ich hab noch nie was von Ironie gehört und Vergleiche mit Bezug auf die Funktion der Verdauungsorgane sind irgendwie, ja was denn? Da solltest du mal die Korrespondenz von Marx und Engels lesen. Da furzt es aber bis die Schwarte kracht.
Und das unter dem "aha?!" Sind das Samenfäden? Oder ist das eine sexistische Assoziation meinerseits?.Bitte beim nächstenmal die sterilisierte Variante benutzen. (Das wollte meine Alte so) Ironisch oder wahr?


emma (26.11.07 12:03)
@rosenzweig

was ist denn der "eigentlich totalitäre Kern des Menschenbildes der kritischen Theorie" ??


und worin besteht denn eigentlich der witz dieser werbung, wenn du schon von nicht-erkennen redest??



"(...)wie viel das urinieren mit feuer und feuerlöschen zu tun hat, wissen sie ja.(...)": freud


ungeduldig mit den feuerlöscher im arm wartend



emma


rosenzweig (26.11.07 13:49)
"was ist denn der "eigentlich totalitäre Kern des Menschenbildes der kritischen Theorie" ??" (emma)
Die Konstruktion eines "autoritären Charakters", einer bestimmten Persönlichkeitsstruktur, die verantwortlich gemacht wird für z.B. die Neigung zum Faschismus und die im Endeffekt nichts weiter ist als die Dämonisierung des normalen Menschen, der immer alles in sich trägt. Der dann aber notwendigerweise um- und deprogrammiert werden muss. Dies ist eine totalitäre Sicht- und Handlungsweise, die vorgibt antitotalitär zu sein. Und die in diese Denktunnel der political correctness führt, wo dann Witze dreimal erklärt werden müssen und trotzdem nicht kapiert werden. Der Witz ist wahrscheinlich wirklich, das du ihn nicht verstehst, und dich über die klischeehaft, von einem Mann verkörperte, überzeichnete Darstellung des dauergewellten Hausdrachens erregen kannst. Es scheint fast so, als ob das Erregungspotential des zwanghaft antisexistischen Gutmenschen schon werbestrategisch berücksichtigt wird. Und das wäre wirklich ein großer Witz. Und noch ein Grund mehr, den Kapitalismus zu lieben.


somin (26.11.07 15:54)
Ich danke für die Kritik an dieser Werbung. Ob es sich nun um Olli Dietrich in Doppelfunktion handelt oder nicht. Das vermittelte Bild der Geschlechterstereotypen und einhergehender Misogynie tritt mir in dieser Werbung entgegen. Und dies ist kritisierends - und nicht belächendswert.


klara (26.11.07 21:01)
Kritik bedeutet für mich - mich nicht vorschnell zu positionieren.
Zunächst wird ein genervter Mann dargestellt, der durch seine entstellte Mimik irgendwie sein Unbehagen über seine "Alte" kundtun will, die, wie aus einem weiteren Werbeplakat ersichtlich wird, auf eine neue Gefrierkombination drängt. Der Witz, dessen sich die Werbemacher lediglich bewusst sind, ist dass der Ausspruch "Nervt eure Alte auch?" doppeldeutig bezüglich der drängenden Partnerin und der alten Gefrierkombination verstanden werden soll. ...Und das wirkt auf mich nicht besonders lustig...
Amüsiert hat mich aber doch meine Assoziation vom "Hausdrachen", deren Libido sich darauf begrenzt, in einem geräumigen, sauberen und vorzeigbaren Kühlschrank aufbewahrt zu werden und noch ein wenig nett lächelt, damit ihrem Anpassungswunsch nachgegeben wird und dem Laufburschen, der eilt, sich zwar ein wenig bei seinen Leidensgenossen beschwert, um sich in einer Brüderhorde aufgehoben zu fühlen, sich mit ihnen verbündend - zumindest phantasmatisch der schimpfenden Mama im Hause etwas entgegen zu setzen.
Letztendlich werden sich beide Geschlechter aus jeweils anders motivierten Wiederholungszwängen heraus, über die neue Kühlmöglichkeit freuen.


Zelig / Website (26.11.07 21:19)
Handelt es sich hier nicht um eine ziemlich alberne Diskussion? "Rosenzweig" findet das Plakat "lustig". Nichtidentisches spricht von "Mordlust", wo es lediglich darum geht, einen typischen deutschen Sexisten alter Schule in Szene zu setzen. Will der Deutsche wirklich am liebsten seine Frau ermorden?

Selbstverständlich spielt das Plakat damit, Kühlschrank und Frau in der "Alten" zu vereinen... aber dann eben doch mit einer Reflektion: es handelt sich um das Klischeebild des deutschen Mannes, das man von der "Alten" spricht. Fortschrittlich ist das mit Sicherheit nicht, aber auch nicht weiter verwerflich, als jedes andere Werbeplakat auch... Wie man davon ausgehend auf Adorno und Pornographie kommen kann, verstehe ich leider gar nicht...


rosenzweig (27.11.07 07:57)
Das ich überhaupt auf so einen "danke für die Kritik an dieser Werbung" Beitrag reagiert habe, ist tatsächlich der Situation geschuldet, das ich am letzten Samstag, kurz bevor ich diese Werbekritik las, mit meiner Freundin an dem Plakat vom Mediamarkt vorbeigekommen bin und wir uns köstlich amüsiert haben. Amüsieren konnten wir uns, weil hier eine Kunstfigur eine misogyne Botschaft so überzeichnet rüberbringt, das diese sozusagen ironisch gebrochen wird. Zu meinem Amüsement hat weiter beigetragen, das nichtidentisches diese ironische Brechung nicht wahrgenommen hat, sondern wie Pavlows Hund auf die angebliche Misogynie angesprungen ist, wie dann weiter auch auf die kleinen Spitzen gegen die kritische Theorie worauf es dann in Richtung Adorno und Porno ging. Ich bin auf diesen Blog mal über die Blogrolls verschiedener Seiten, die ich gerne besuche, gekommen und sozusagen aufgrund Marburger Lokalpatrionismus immer mal wieder vorbeigerollt. Ich hatte den Autor aber ehrlich gesagt bisher als nicht ganz so borniert eingeschätzt. Und so wie dieser Blog auch von den meisten Blogrolls besagter Seiten verschwunden ist, wird er jetzt auch aus meiner Lesezeichenliste verschwinden.


Popper (27.11.07 10:36)
Ich finde, diese Seite ist die beste Adornoparodie, die es gibt! Oder wäre - wenn der Autor nicht tatsächlich alles bierernst meinen würde.


Frank (27.11.07 10:45)
Die Kritik des Autors wäre wahrscheinlich bei einem Plakat mit einer geschmackvoll in Szene gesetzten, hübschen Frau besser aufgehoben. Beim Anblick von z.B. Christina Aguiliera, die auf diesem Blog sicher nicht zu unrecht geschätzt wird, denkt sicher so mancher deutsche Man an Mord oder Eintausch seiner „Alten“. Dass „Rosenzweig“ dieses Plakat lustig findet, spricht gegen ihn. Denn das Plakat ist keine verachtend spottende Karikatur dieser spießigen Partnerschaften, wie sie Harald Schmidt in seinen besseren Momenten zu liefern versteht. Die Lust ergibt sich einzig aus der Erleichterung daraus, dass die eigene Armseligkeit massenkompatibel ist. Die schrille Überzeichnung ist keine karikaturistische Überspitzung sondern dient einzig dem Zweck der Verallgemeinerung.
Damit gleicht das Plakat den Shows des Comedien Mario Barth, über den Henryk M. Broder einen guten Artikel auf Spiegel Online geschrieben hat. http://www.spiegel.de/spiegel/0,1518,519429,00.html


Hochdorff (27.11.07 17:42)
Weißt du, rosenzweig, Spitzen müssen... nun ja... spitz sein und nicht stumpf alá Adorno mit Pornos unterm Bett, wobei du dann auch noch offenbarst, daß du nicht zwischen Sexismus und Pornographie unterscheiden kannst.
Ärgerlich wird es, wenn du die Herausarbeitung einer "authoritarien personality" für den "eigentlich totalitäre Kern des Menschenbildes der kritischen Theorie" hälst, weil dies für eine Dämonisierung "normaler Menschen" sorge. Daß du jedoch autoritäre Charaktere für normale Menschen hälst, zeigt wohl eher den "eigentlich totalitären Kern deines Menschenbildes" resp. Menschseins.

Ganz ehrlich, ich bin mir sicher nichtidentisches weint sich heute in den Schlaf, weil er nicht mehr unter deinen Lesezeichen ist.

Wobei ich anmerken möchte, daß diese -ganz sicher ekelhafte- Werbung aus meiner Sicht wesentlich weniger Aufregung verdient hat, dennoch ist sie Spiegel einer Gesellschaft, die sich nicht zu schade ist über die dargestellte Tristesse affirmativ zu lachen.

Um noch Gremliza zu zitieren: "Deutsche kennen keinen Witz."


Rosenzweig (28.11.07 10:20)
Wieder mal falsch gelacht. Scheiße. Echt, ich stoppfs mir in den Hals zurück. Diese Tristesse, diese Armseligkeit meiner Existenz. Ich bin verzweifelt. Danke für die Hinweise. Ich glaube der Gremlitza hat echt Humor. Und er kann Deutsch. Besser als alle anderen. Ab jetzt werd ich nur noch lachen beim Konkret lesen.


nichtidentisches / Website (29.11.07 15:04)
Da schreibt man ein halbes Jahr ohne jeden Kommentar, und kaum hat man die letzten Prüfungen und haut noch schnell einen Bringer raus, zockt hier der Mob.
Nun, ich habs hinter mir, reibe mir die Hände und auf gehts:
Dem Rosenzweig empfehle ich einmal über die in der Minima Moralia getroffenen Aussagen über das Verhältnis von Pathologie und Normalität zu meditieren. Möge er darin Fragen finden, die seine Antwort aufheben.
Zwischen Pornographie und dem Privatfetischismus besteht meines Erachtens kein notwendiger Zusammenhang zu einer irgend gewalttätigen oder gewaltfördernden Einstellung oder Praxis.
Wer zu Hause Lederklamotten trägt oder sein Fleisch roh isst oder gerne an den Kloschüsseln anderer Leute leckt, kann dennoch oder gerade deswegen zu glanzvollen Kritiken gelangen. Adorno wäre zu ergänzen: "Der möglicherweise einzige Ausweg aus der Fetischisierung des Sexuellen ist der sexuelle Fetischismus."
Das puritanische Skandalisieren über angebliche Doppelmoral will stets schon das Private im Öffentlichen auflösen.
Ob dem Thema zu viel Bedeutung beigemessen sei: Wem es noch nicht aufgefallen ist, dem kann hier Beruhigung zuteil werden. Nichtidentisches will diese Zweckferne, eben weil es sich nicht auf scheinhafte Ranglisten einschwören lässt, die das scheinbar Nebensächliche als neglectum possibile auflösen. Gerade an kleinen Ereignissen kann erstens geübt werden und zweitens Allgemeines extrahiert werden.


nichtidentisches / Website (29.11.07 15:08)
Die Karikatur will nicht aufklären sondern Zuspruch erhalten und zur Identifikation anregen. In Deutschland lässt sich eben jene abwertende Geste gegen die Anverheiratete in Stammtischen, Zügen und Bussen tausendfach bezeugen.
Den Antisexismus zum puritanischen Fetisch zu erheben und in Misogynie ein zentrales Moment deutscher Vergesellschaftung und Ideologie zu benennen sind zwei unterschiedliche Sachverhalte.


nichtidentisches / Website (29.11.07 15:11)
Und das mit dem totalitären Moment der kritischen Theorie ist ein schlechter Witz, dem Kritik gegenüber der waltenden Totalität als Miesmacherei gilt und dessen Insistieren auf der Unschuld des normalen Menschen schon dessen Mutation zur Diktatur der pathologischen Normalität heilig spricht.


rosenzweig (30.11.07 08:00)
Dieses schreckliche Menschenbild vom Menschen als Patienten, bei dem man "pathologische Normalität" diagnostiziert, dieses Hirngespinst einer "waltenden Totalität" unserer Gesellschaft, was alles verständlicherweise nur zu ertragen ist mittels "sexuellem Fetischismus", das einem hier entgegen, ja nicht lacht sondern völlig humorlos, muffelt, war mir in seiner ganzen Trostlosigkeit bisher nicht bewusst. Dafür Danke! Und Nein Danke! Der "normale Mensch" ist nicht unschuldig. Er trägt eben alles in sich. Und er kann sich entscheiden. Für das Richtige oder das Falsche, das Heilsame oder das Unheilsame. Und ihr hier seid Teil einer Eliten Arroganz, die diesen "normalen Menschen" entmündigt. Und dafür: Fuck You!


ollie (30.11.07 09:00)
Ach Rosenzweig, lass den Spinner doch. Seine Idole zu verschlucken und unverdaut auf der Tastatur wieder auszukotzen ist so erbärmlich, das er einem nur noch leid tun kann.


nichtidentisches / Website (30.11.07 10:23)
Ganz ganz putzig, wie hier naives Gutheißenwollen als gekränktes in Aggression umschlägt.
Natürlich kann man auch der Meinung sein, alle lieben normalen Menschen sind schon ok so und überhaupt nicht rassistisch, es gebe keine Antisemiten oder die Welt sei schon in Ordnung so.
Ich denke, auf Goa oder Gomera findet man bestimmt Leute, mit denen man sich darüber unterhalten kann.
Oder man wäre wenigstens konsequent und würde dem bürgerlichen Existentialismus soweit folgen, dass aus dem Konstatieren der Entscheidungsfähigkeit auch die Forderung nach positiver Entscheidung erwachsen würde. Und dann hieße es doch, sich gegen eine "normal" rassistische und antisemitische Mehrheitsgesellschaft zu stellen.
Was den Humor betrifft: Nun mag man es gänzlich humorlos finden, im Haus des Henkers vom Strick zu reden. Ich finde es grotesk angesichts der stattgefundenen und drohenden Katastrophe in heiter Springprozessieren auszubrechen und sich einzureden, nun werde doch mit der Kolonisierung des Marses oder dem Fortschreiten des Kapitalismus auch ganz sicher Frieden und Freiheit einkehren.
Das ist wahrlich bürgerliche Geschichtsvergessenheit, wie sie in Schlussstrichdebatten und Nichtmehrhörenwollen gleichermaßen mündet und merkwürdigerweise seit 200 Jahren ähnliche von statten geht.


nichtidentisches / Website (30.11.07 10:29)
Natürlich hast du recht: Es gibt keine waltende Totalität. Deshalb sind auch alle Menschen glücklich im Kapitalismus, denken nicht in Kategorien des Äquivalententauschs, sind befreite Individuen und überhaupt frei in ihren Entscheidungen, heute hierhin, morgen dorthin zu ziehen, ohne Angst verschieden sein und Schwäche zeigen könnend. Deshalb entmündige ja auch ICH fieserweise völlig mündige Subjekte, pfusche ihnen ins Handwerk, verbreite zersetzende Kritik gar.
Wenn mir Ollie dagegen Idolatrie vorwirft, trifft das so merkwürdigerweise gar nicht. Zum ersten habe ich auf diesem Blog bereits mehrfach Einschränkungen und Kritik z.B. an der Minima Moralia geäußert zum zweiten würde ich mich freuen, eine Kritik der kritischen Theorie zu lesen, die nicht vor Unbelesenheit und Unkenntnis der Theorie strotzt oder dem Klassenfeind-Vorwurf des Bolschewismus entsprungen ist. Ach, ich vergaß die antisemitischen Gegner der kritischen Theorie, denen das alles zu jüdisch ist. Nicht wenige. Aber laut Rosenzweig schon in Ordnung so, weil jeder sich ja entscheiden kann.


Hochdorff (30.11.07 20:52)
Es wird langsam schwierig, wenn mehrere Kommentatoren hier ein und daselbe Pseudonym benutzen oder streitest du gerade mit dir selbst?

Im übrigen ist es ja nicht so, daß du ein halbes Jahr völlig unkommentiert geschrieben hättest...


nichtidentisches / Website (1.12.07 14:50)
???
Die myblog Kommentarfunktion erlaubt nur eine bestimmte Länge, daher muss man längere Kommentare aufteilen.
Ich habe mich nur gewundert, warum ausgerechnet bei einem dusseligen Media-Markt-Werbeplakat auf einmal hier eine Menge Positivisten reinschneien und die Wogen hochschlagen.


nichtidentisches / Website (1.12.07 14:51)
Neu entdeckt habe ich ein weiteres widerwärtiges Media-Markt Plakat, das zwischen Herrenwitz und Rassismus gondelt: "Machst du mir Latte".


Hochdorff (1.12.07 23:22)
Tja, manchmal trifft man völlig unerwartet genau den richtigen Punkt.

Mir gefällt's!

Grüße
Hochdorff
P.S.: Ich hab es nochmal gelesen, du switchest irgendwann von der polemiesierten Aussage eines Gegenparts, zu deren Beantwortung und das hab ich überlesen, deshalb kam es mir so vor als seien es du und eine Person, die dein Pseudonym benutzt.


nichtidentisches / Website (2.12.07 11:14)
ah! ne, aber sobald hier noch einer als Nichtidentisches postet, wird er gelöscht, das wäre ja noch schöner, wenn Nichtidentität auf einmal ZWEI Identitäten meinen würde.


Damian / Website (2.3.09 10:52)
Wird dem ganzen nicht viel zu viel Bedeutung beigemessen? im Grunde ist das ganze doch nur eine äußerst kurzlebige Plakataktion wie viele andere auch. Blind und leicht beeinflussbar werden viele Kunden deshalb in einen Media Markt rennen, ohne überhaupt auch nur irgendeine Message zwischen den Zeilen realisiert zu haben und der Rest regt sich auf und bringt somit den Konzern noch mehr ins Gespräch. So oder so sind sie erfolgreich, vielleicht sollte man es mal mit mehr Ignoranz gegenüber solchen Anzeigen üben.


Rosi / Website (27.5.09 09:14)
Ich glaube nicht, dass sich wirklich viele durch solche Werbung beeinflussen lassen, denn im Grunde schaut man sich eine solche an und vergisst sie auch im nächsten Augenblick wieder oder denkt ihr wirklich über jede einzelne Werbung nach und versucht zwischen den Zeilen zu lesen?

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