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Intransigente Galanterie


In Kooperation von Bad Blog und Nichtidentisches soll in den nächsten Tagen und Wochen der nicht mehr ganz neue Reader „AS-ISM_2“ des Antisexismus-Bündnisses-Berlin dem Spaltpilz der Kritik ausgesetzt werden. Dazu gibt es individuelle Beiträge zu verschiedenen Elementen des Readers. Jeder Beitrag steht für sich, eine blogübergreifende redaktionelle Bearbeitung fand nicht statt. Wir hofften dadurch, der Emanzipation eine Bresche zu schlagen, die Eindimensionalität ihrer Gegner und falschen Verfechter bloßzustellen, und letztlich uns selbst gegen Zumutungen zur Wehr zu setzen, die uns im Namen der Dekonstruktion aufgenötigt werden.
Contributions so far: The Others von Bad Blog und Intransingente Galanterie sowie Jargonzo - das neue Genre der politischen Literatur von Nichtidentisches. Demnähst erscheint: Die Butler-Bibel.
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Intransigente Galanterie (korrigierte Fassung)
Der Reader „AS-ISM_2“ des Antisexismus-Bündnisses-Berlin liebäugelt auf den ersten Blick mit nonchalanter Ignoranz: AS-ISM, das könnte ebenso gut für Anti-Semitism stehen. Von den Autoren, illustre linke Bündnisse der Softcore-Antideutschen wie Sinistra eingeschlossen, ist auszugehen, dass ihnen diese Assoziation nicht allzu fern liegen dürfte. Zumindest ist ihnen die Coolness des Neologismus den Gleichklang wert. Dem postmodernen Hang zur Begriffsprägung gesellt sich das Niveau der Bravo bei:
„In der Mitte des Heftes findest du unser „NEIN heißt NEIN“-Plakat im A3-Format zum rausnehmen.“
Ob es sich dabei um ein neues Lied von Tokio-Hotel handelt, oder um das alte Lied der feministischen Linken ist schnell geklärt: Reimform, Syntax und Inhalt schließen ersteres aus. Fett prangt die Definition:
„WER EIN NEIN NICHT RESPEKTIERT IST EIN VERGEWALTIGER!“
Die weibliche Form fällt plötzlich unter den Tisch. Wo 5 Prozent Hermaphroditen und Intersexuelle nach Ansicht der Antisexisten in der Lage sind, alle Theoriegebäude der Vergangenheit zu stürzen, sind 1,2 % Vergewaltigerinnen auf einmal nicht mal mehr ein Binnen-I wert? Zumindest inkonsequent. Weil Tat und Rede, bzw. Nichtrede anscheinend in eins fallen sollen, versuchen sich die Antisexisten in Lyrik und übersetzen den schwer von begrifflichen Berufsvergewaltigern und ihren Sympathisanten nach Art eines Sexualratgebers der FHM die Geheimnisse des weiblichen, "unmündigen" Mysteriums:
„Vielleicht später“, „Nein danke“, „Du bist nicht mein Typ“, „Verpiss dich“, „Ich möchte jetzt allein sein“, "Ich mag dich, aber…“, „Lass uns jetzt lieber schlafen gehen“, „Ich bin mir nicht sicher“, „Stille“, „…“
Das alles nicht als Nein zu respektieren, heißt also absehend von konkreten Situationen und Taten, ein Vergewaltiger zu sein. Man stelle sich das vor:
„Willst du mit mir schlafen?“
„Vielleicht später.“
„Wie wär’s mit gleich?“
Eine vollendete Vergewaltigung, klarer Fall! Oder auch:
„Darfs noch etwas mehr sein?“
„Nein danke.“
„Der Hinterschinken wäre heute aber schwer zu empfehlen!“
3 Jahre Hausverbot für den Metzgerlümmel! Oder:
„Ich liebe dich.“
„Ich bin mir nicht sicher.“
„Vielleicht könnten wir es zumindest mal versuchen?“
Ein Lustmolch, sperrt die Kinder weg, holt die Mistgabeln und Fackeln!
Ein Vergewaltigungsvorwurf kann also aus beliebigen Vorreden konstruiert werden und bedarf nicht mehr der konkreten Tat. Dass eine Vergewaltigung weder einer Vorrede noch eines Neins bedarf, sondern auch auf einem anfänglichem Ja aufbauen kann, bzw. dafür sorgt, dass das Opfer kein Bewusstsein von der Tat hat, geht aus dem Plakat nicht hervor, und darin verfehlt es seinen im Prinzip richtigen Zweck: Darauf hinzuweisen, dass zu große Teile der Gesellschaft Vergewaltigung als stets identischen Tathergang mit Schreien und laut artikuliertem Nein auffassen und dadurch sich taub machen gegen andere, vielleicht subtilere Beeinträchtigungen des Willens.
Juristisch gesehen ist eine Vergewaltigung ein sexueller Akt gegen den Willen einer Person. Eine klare Sache, ein grausames Verbrechen, zu dessen Klärung heute die Gynäkologie, Zeugenaussagen und eine Glaubwürdigkeitsprüfung auf beiden Seiten der Aussage herangezogen werden. Daneben gibt es den Tatbestand der sexuellen Belästigung, der sehr unterschiedlich von einem Küsschen auf die Wange bis zum Angrapschen definiert wird. Skandalurteile zur Deckung des Vergewaltigers mögen vereinzelt immer noch stattfinden und in solchen Fällen ist Kritik angebracht. Das reicht den Antisexisten nicht. Sie können sich nicht zwischen Volksgerichtshof und Volksbibel entscheiden und fallen damit noch hinter Deuteronomium 13,1 zurück, dessen Gebot da lautet:
„Ihr sollt auf den vollständigen Wortlaut dessen, worauf ich euch verpflichte, achten und euch daran halten. Ihr sollt nichts hinzufügen und nichts wegnehmen.“
Wo vor 3800 Jahren bereits ein abstraktes Recht der Willkürjustiz vorbeugen sollte, fügen Antisexisten in schamloser Entgrenzung der Aufzählung ein „[…]“ hinzu, das ein Ergänzen nach Willkür zulässt. Das dumpfe Festhalten des Faktes – ontologische Schwundform der Kommunikation – lässt keine Diskussion mehr zu, hat ein Urteil schon gefällt, bevor es nötig wurde und erhebt sich zur Autorität, die sich flamboyant mit Moral umgürtet.
Ein Vergewaltigungsvorwurf kann also aus beliebigen Vorreden konstruiert werden und bedarf nicht mehr der konkreten Tat. Dass aus einem zunächst munter begonnenen Akt in beidseitigem Einvernehmen ebenso eine tiefe seelische Verletzung bei Grenzüberschreitungen entstehen kann wie aus einer Verführung trotz einer anfänglichen Absage eine tiefe Beziehung, bleibt außen vor.
Damit relativieren die Antisexisten Vergewaltigungen, verhöhnen die Opfer von schweren Traumatisierungen, erheben sich zu moralischen Göttern und penetrieren noch öffentlichen Raum mit ihren geheimsten Phantasien, die sie abspalten. Wo sie nach einem Nein schon den Trotz verspüren, sich dem zu widersetzen, sind sie um so heftiger bemüht, das Tabu aufzurichten, das ihnen den Gedanken daran kaschiert.
Primär geht es ihnen darum, einen von Ambivalenzkonflikten freien Raum aufzurichten, in der Individuen identische Wesen sind, die des Aushandelns und Abwägens nicht bedürfen. Sie wissen von je, was sie wollen, und schreiten gar lustig emanzipiert durch die Welt wie das tapfere Schneiderlein, das 7 auf einen Streich erschlug. Was andere wollen, wissen sie ganz bestimmt, haben sie doch mit Heidegger eine ontologische Wahrheit geschaut, die anderen verborgen ist. Wie Rudolf Steiner aus der Akasha-Chronik die Anwendung von nutzlosen Pflanzenpräparaten als Heilmittel liest, lesen sie aus allgemeinen Redewendungen eine von je identische Wahrheit, die dem Besonderen Hohn ins Gesicht lacht. Das Tabu erklärt Vernunft für überflüssig und die Regel schon zur Vernunft.
Um den eigenen Machtgelüsten Folge zu leisten, wird die Formulierung der Regel so vage gehalten, dass eine eingeschworene Gemeinde, die vergottete Linke, eben doch aufgrund individueller Idiosynkrasien entscheidet, was nun ein Nein ist. Damit ist der Widerspruch in der Identität schon entblößt und schlägt den Antisexisten doch nicht ins Gesicht: Die Definitionsmacht liegt schon wieder nicht mehr beim Opfer oder einer objektiv bestimmbaren Tatbestandsprüfung, sondern bei der Linken, die sich zu dessen Verteidiger aufschwingt, weil sie vom Opfer stets noch einen Leidensgewinn abziehen und auf die Propaganda aufschlagen will.
Individuen sind laut Freud primär bisexueller Orientierung. Durch verschiedenste Traumen und eine subjektive Wahl werden Anteile verdrängt, verleugnet, abgespalten oder verschoben. Lust generiert sich bisweilen aus eben dem geheimen Ausleben und Umschwenken verdrängter Phantasien, etwa der passiven Hingabe oder der verschlingenden Obsession. Gewalt und Sexualität sind so wenig zu trennen wie Gewalt und Recht, was ebenfalls Freud als besserer Materialist Einstein in seiner Kritik am Pazifismus „Warum Krieg?“ entgegenhielt. Wann Überredung und Besänftigung von Widerrede, die Verführung, der Flirt, die Anmache, zur inakzeptablen Gewalt wird, darüber entscheiden in der Tat die im konkreten Fall involvierten Individuen.
Das bürgerliche Recht stellt sich auf den Standpunkt, dass die allgemeine Konvention den Schutz des Individuums vor körperlicher und seelischer Gewalt wahren will. Diese Konvention setzt sie unter Gewaltandrohung durch. Daher wird auch von dem individuellen Hintergrund weitgehend abstrahiert und das ist notwendig. Wer in der Kindheit traumatisiert wurde und bei einem „Hallo, ist der Platz noch frei?“ schon schwerste Seelenqualen erleidet, kann sich nicht auf die Unterstützung des Rechts, wohl aber auf therapeutische Hilfestellung berufen, die den eigenen und fremden Anteil am Leiden aufarbeitet und es erleichtert, über fremde Zumutungen zukünftig ein deutliches Urteil zu befinden.
Die antisexistische Linke bedarf einer solchen Abstraktion, Trennung, Aufarbeitung und Aufklärung nicht mehr, sie will Sexualität reinigen von allem Bösen und wird somit puritanisch. Das Gossenlatein: „Ey du hast meine Schwester angeguckt, du perverser Schwanzlutscher!“ ist nicht weit davon entfernt. Wo mit Allah gegen das männliche Blickregime und die unzulässige Annäherung an das Subjekt Frau gewettert wird, ist Sexualität alles andere als frei.
Die Emanzipation und Unversehrtheit eines Individuums beruht dann nicht auf einem abstrakten Recht, an das es sich gleich ob Mann oder Frau wenden kann, sondern auf einer Atmosphäre der Angst, der Lynchjustiz und der diffusen Drohung. Wer auch immer die geheime, undefinierte Etikette verletzt, ist ein Vergewaltiger. Vergewaltiger werden sich aber um ein noch so deutliches Nein kaum kümmern. Wer sich des Neins sicher ist, wird es im Falle eines Falles auch eindeutig vortragen können, im Extremfall durch die körperliche Selbstverteidigung, den Tritt in die Weichteile, den Hilferuf, den Handkantenschlag und den Zehnfingerstich.
Für solche Opfer ist das Plakat in dem Falle kränkend, weil es unterstellt, das Nein sei eventuell nur undeutlich formuliert und missverstanden worden. Allen Menschen, die sexuelle Gewalt erfahren, ist eher der Gang zur Polizei anzuraten, denn zu einer selbstjustiztrainierten Linken, die noch jeden Gehirnpfiff als Plakat verwurstet. Wo diese den Staat für feindlich erklärt, baut sie selbst an einem Staatssurrogat, das durch Primitivität und Racketbildung noch hinter den bürgerlichen weit zurückfällt. Das aus dem Bauch heraus gewetterte schert sich einen Dreck um juristische Debatten und Probleme der Rechtssprechung des "In dubio pro reo", weil es sich für von Geburt an besser hält.
28.2.05 17:13
 


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bisher 27 Kommentar(e)     TrackBack-URL


pik / Website (20.8.07 02:23)
ein hoch auf polemik und zynismus. wer für sexuelle belästigung/missbrauch/vergewaltigung nicht mehr außer häme übrig hat, dem ist wohl nicht mehr zu helfen...


nichtidentisches / Website (20.8.07 11:35)
Du meinst den Reader? So polemisch war der doch gar nicht...


The Punisher (20.8.07 13:40)
Hausverbot!


mo (20.8.07 15:02)
das wort 'trauma' mit 'traumen' zu pluralisilierieren, ich bitte dich...
dass ein solcher schnitzer einem fremdwortfetischisten wie dir unterläuft hat mich geradezu schockiert und tief enttäuscht.
ich mahne besserung an!

ansonsten ein interessanter text, wenngleich er - wie all die anderen - wohl vor den eisernen toren der linken vernunftresistenz wird kapitulieren müssen..

ich geh jetz jedenfalls erstmal zur apotheke und kauf ne packung hormonpräparate um die heterosexualität meiner mitbewohnerin zu kurieren...


mork vom ork (20.8.07 17:21)
super ist auch:
"Nein heißt Nein heißt Nein..."
Erweckt den Eindruck, als müsste sich da jemand entweder selbst zügeln oder zumindest sich selbst davon überzeugen...


nichtidentisches / Website (20.8.07 19:23)
"Traumen" ist der absolut korrekte Plural zu Trauma, Traumata ist ebenfalls korrekt, nur meines Erachtens etwas holprig.


(21.8.07 10:18)
nichtidentisches:
sorry, aber fick dich ins knie
komm herunter von deinem allzu hohen Ross
mach die Augen auf


nichtidentisches / Website (21.8.07 10:47)
Und dann? Dann werd ich wie du?


die mutter / Website (21.8.07 12:54)
guter text. aber warum sollte man sich deswegen ins knie ficken ?

und muss man um sich ins knie zu ficken von seinem hohen rosse steigen? ich habs versucht. weder noch. mein schwanz scheint einfach zu klein zu sein ... über anleitungen und grundvorraussetzungen des ins knie fickens wäre ich sehr dankbar.

und mach die augen auf? mhhhh ... er hätte wohl nicht antworten können, wenn er nicht gelesen und damit die augen auf gehabt hätte ...


pik (21.8.07 17:48)
ich meinte den reader und Deinen text.


it don't (22.8.07 02:08)
mean a thing if it ain't got the swing


it don't (22.8.07 02:15)
Hallo Nichtidentisches,

die Fackel der objektiven Wahrheit über dem Abgrund linker Unvernunft schwenkend, in dem sich geifernd Antisexisten tummeln, die dich und andere mit ihren Pamphleten penetrieren (oder wie auch immer) übersiehst du leider ein paar Dinge. Nicht nur verschwendest du dein Talent auf üblem Niveau, sondern du setzt dich auch selbstgerecht über Tatsachen hinweg, was nicht nur der Emanzipation schadet, sondern auch sonst extrem unlustig ist.


denn: (22.8.07 02:17)
Zum Beispiel sprichst du von einer Verhöhnung der Opfer sexueller Gewalt durch die Unterstellung, "das Nein sei eventuell nur undeutlich formuliert und missverstanden worden." Denn "wer sich des Neins sicher ist, wird es, sofern nicht Einschränkungen der Stimme oder der Beweglichkeit gegeben, im Falle eines Falles auch eindeutig vortragen können, im Extremfall durch die körperliche Selbstverteidigung, den Tritt in die Weichteile, den Hilferuf, den Handkantenschlag und den Zehnfingerstich."


also: (22.8.07 02:18)
Du scheinst davon auszugehen, dass eine Vergewaltigung normalerweise so vonstatten geht, dass ein schwarz gekleideter Fremder hinter einem Busch hervorspringt und das sich wehrende Opfer überfällt. Laut Bundesamt für Statistik sieht das etwas anders aus. Die Täter sind:
29 % aus dem Bekanntenkreis
27 % Vater, Stiefvater, sonstiger naher Verwandter
22 % Fremde
10 % Freund/Ex-Freund
..9 % Ehemann/Ex-Ehemann
..3 % ohne Angabe


und: (22.8.07 02:21)
Mehr als die Hälfte der Opfer ist minderjährig. Was du schreibst, geht also völlig an der Realität vorbei. Das "Nein heißt Nein"-Plakat ist natürlich kritikwürdig, aber aus einem Grund, den du in völliger Ignoranz der Tatsachen zwangsläufig übersehen musst. Ein Mensch, der sich in einem familiären oder sonstigen Abhängigkeitsverhältnis befindet, kann mitunter ein Nein gar nicht formulieren, wird vielleicht auch gar nicht gefragt. Der Täter wird sich allerdings wahrscheinlich aber auch nicht von einem Plakat von der Tat abhalten lassen.


zudem: (22.8.07 02:23)
Was in deinen unglücklichen Formulierungen mitschwingt ist die Überlegung, wenn es nicht zu "körperlicher Selbstverteidigung" gekommen sei, wenn das Opfer sich nicht klar artikuliert habe, dann könne es sich nicht um eine Vergewaltigung gehandelt haben. Eine Vergewaltigung passiert aber nicht im luftleeren Raum, sondern ist eingebettet in einen sozialen Kontext. Dass eine solche Grenzüberschreitung stattfinden kann, dazu braucht es gewisse Vorraussetzungen und Konstellationen. Wer so gerne Freud zitiert wie du sollte aber wissen, dass es mitunter subtilere Methoden gibt als "Einschränkungen der Stimme oder der Beweglichkeit", um das Subjekt zu fesseln und zum Schweigen zu bringen. Das ist sehr traurig, aber es ist so.


/ Website (22.8.07 02:29)
Der Fehler den du hier machst konnte dir nur unterlaufen, weil du wie so viele andere auch die Identifikation mit den Opfern suchst, anstatt den eigenen Standpunkt zu eruieren oder aber sich aus gebührendem Abstand mit der Thematik auseinander zu setzen. So erreicht man aber keine Objektivität, und selbst eine gute Polemik wird so zum Geschwafel. Das liest sich vielleicht ganz gut, macht auch einen netten Skandal im Provinzstädtchen, beschehrt dir etwas Selbstbestätigung, Aufmerksamkeit und ein paar kumpelhafte Klopfer auf die Schulter von deinen Freunden, ist aber leider nur sehr begrenzt ernst zu nehmen. Aber vielleicht willst du ja auch gar nicht mehr.


nichtidentisches / Website (22.8.07 04:57)
Danke für die ehrliche Meinung und die gute Ergänzung. Die Zahlen sind mir bekannt und widersprechen nicht dem Gesagten: Die Kritik macht sich ja genau daran fest: Dass versucht wird aus Vorreden eine Tat zu definieren, die mit diesen Vorreden meist nichts zu tun hat. Es geht eben nicht um ein Gespräch, sondern um einen gewaltsamen Akt, der ebenso unverhofft in einer freundschaftlichen oder verwandtschaftlichen Beziehung eintreten kann.


nichtidentisches / Website (22.8.07 05:00)
"Was in deinen unglücklichen Formulierungen mitschwingt ist die Überlegung, wenn es nicht zu "körperlicher Selbstverteidigung" gekommen sei, wenn das Opfer sich nicht klar artikuliert habe, dann könne es sich nicht um eine Vergewaltigung gehandelt haben. "

Nein. Genau das verneine ich ja in dem Absatz zuvor. Ich gehe davon aus, dass es zu viele Formen gibt, als dass ein Plakat dem angemessen wäre, und dass spezifisch dieses Plakat den Zweck doppelt verfehlt und kontraproduktiv ist, weil es davon ausgeht, dass der Vergewaltiger nicht weiß, was ein Nein ist.


nichtidentisches / Website (22.8.07 05:08)
Vergewaltigung ist aber in der Regel nicht die Suche nach Sex um jeden Preis, sondern ein eigenständiges Streben nach einer spezifischen Machtsituation, die gerade auf der Verweigerung des Opfers, bzw. auf seiner hilflosen Situation bei Pädophilie und Nekrophilie aufbaut.
Das Plakat könnte sich an eine Öffentlichkeit richten, die Vergewaltigung exkulpiert.
Dann scheitert es, weil es nicht zu benennen vermag, was außer einem Nein zu einer Vergewaltigung notwendig ist: Die Vergewaltigung.
Wird angenommen, das sei ja ohnehin klar, entsteht eine Tautologie: Wer ein wie auch immer bestehendes Nein dergestalt nicht respektiert, dass er eine Person zum Sex zwingt, ist ein Vergewaltiger. Um zu verbreiten, dass ein Vergewaltiger ein Vergewaltiger ist, dazu braucht es kein Plakat. Darauf zu beharren, dass Opfer unter Umständen gelähmt sind oder andere Indizien fehlen können, ist nicht neu und lediglich weiterzuverbreiten. Dazu ist ein reißerisches Plakat, das sich linke Institutionen ans Revers heften, um PC zu demonstrieren, höchst ungeeignet.


nichtidentisches / Website (22.8.07 05:10)
Ich werde die Stelle dennoch ändern.


nichtidentisches / Website (22.8.07 06:13)
Ich weise darauf hin, dass der Text umgestellt, geändert und erweitert wurde. Ich hoffe, dadurch weitere Missverständnisse auszuräumen.


leser (23.8.07 13:59)
also, zuerst mal: schön, dass du dir die mühe gemacht hast, einen text zu dem reader zu verfassen!
problematisch finde ich jedoch zuerst einmal: deine wortspiele mit den sätzen auf dem plakat. was soll das? es wird auf dem plakat klar, dass es nicht um einkaufen beim metzger, sondern um sexuelle gewalt geht. solche gekünstelt naiven wortspiele kenne ich bis jetzt nur von antiimps, die versuchen, bahamas texte silbe für silbe auseinanderzunehmen, um den autoren weiß-der-deibel-was zu unterstellen. nicht cool.

du schreibst:
"sondern die Linke will den Opfern lauschen um daraus die Berechtigung zum Losschlagen, das Versprechen auf den Lynchmord zu ziehen."

-> hierbei hast du einen wichtigen aspekt vergessen: ähnlich den boulevardzeitungslesern, die mit einer mischung aus abscheu und lustgewinn artikel über kinderschänder-ringe lesen, könnte es auch manchen linken, die ganz genau über den tathergang bescheid wissen wollen darum gehen, sich am leid, an der zerstörten unschuld usw. des opfers zu ergötzen. was ich nicht verallgemeinern möchte, was aber, so habe ich den eindruck, manchen eignet und für die opfer sexueller gewalt natürlich auch belastend ist.

weitere kritik evtl. später.


nichtidentisches / Website (23.8.07 17:02)
Ich denke nicht, dass das Plakat dies klar und deutlich macht. Die Distanz zum Gegenstand ergibt sich meines Erachtens aus dem verharmlosenden Identifizieren von Gespräch und Vergewaltigung. Die Beispiele bleiben auf einem Gesprächsniveau: "Vielleicht später".
Die Tat wird nicht aus der Tat generiert, daher meine These von der Tautologie. Es geht den Plakatmalern nicht darum Vergewaltigung anzuprangern, sondern um Rede, Diskurs, Gespräch, die ja in ihrer Ideologie ohnehin fast ebenso schlimm sind. Um das deutlich ad absurdum zu führen, um genau den Effekt des abgeschmackten vor Augen zu führen, den das Plakat auf mich hat, habe ich die Beispiele gewählt und halte das nach wie vor für vertretbar. Ich finde das überhaupt nicht lustig.
Ich kenne übrigens keine Antiimps, die Bahamastexte auch nur von weitem jemals gelesen haben.


nichtidentisches / Website (23.8.07 17:08)
Zu 2. Ich dachte, das wäre irgendwo drin, anscheinend habe ich es mit einer zu weit gegriffenen Passage gelöscht. Ich finde es da schwierig, pauschal den Lustgewinn zu unterstellen. Tendenziell möchte ich schon annehmen, dass die Plakatmaler hehre Absichten hatten.
Bei effektvollen Stories in Emma oder anderen Zirkularen würde ich das aber sehr deutlich in Betracht ziehen. Nur ist da halt auch immer die Frage, wo fängt das an, kann man Elend so darstellen, dass es empört, bzw. kann beides nebeneinander bestehen und die ehrliche Entrüstung als handlungsbestimmend betrachtet werden, sobald die Projektion reflektiert wird.


Ariadne (20.9.07 13:10)
Man kann sich immer leicht als "sozialer Trottel" hinstellen, und Ablehnungen absichtlich missinterpretieren.

"Sie hat doch nicht 'nein' gesagt, also durfte ich doch."

Schwachsinn! Seit wann ist nur dieses eine Wort eine Ablehnung?

Seit wann ist es überhaupt die Aufgabe des Opfers konkret klar zu machen, dass es nicht will. Sex ohne ZUSAGE gibt es nicht. Wenn also nicht ein eindeutiges JA oder ein eindeutiges Aufmachen den Hosenschlitzes des Mannes durch die Frau stattfindet, darf auch der letzte männliche Trottel davon ausgehen, dass es wohl nicht im Interesse des anderen liegt, jetzt Sex zu haben. Sobald er die Frau überreden/drängen muss, dürfte es ihm doch klar sein, dass sie nicht will.

Sich am Ende als Idiot hinzustellen, der die sozialen Gegebenheiten von Einverständnis oder Ablehnung nicht kennt, ist mehr als peinlich.


nichtidentisches / Website (20.9.07 19:50)
"Sex ohne ZUSAGE gibt es nicht. Wenn also nicht ein eindeutiges JA oder ein eindeutiges Aufmachen den Hosenschlitzes des Mannes durch die Frau stattfindet, darf auch der letzte männliche Trottel davon ausgehen, dass es wohl nicht im Interesse des anderen liegt, jetzt Sex zu haben. Sobald er die Frau überreden/drängen muss, dürfte es ihm doch klar sein, dass sie nicht will."

Ist das so. Interessant. Mach eine Umfrage unter Frauen, die das belegt. Und warte mal darauf, bis die erotische Verführung durch eine Frau in dem von dir vorgestellten Szenario stattfindet. Nicht umsonst muss die erotische Literatur das erst erfinden. Zumeist herrscht doch intimes Schweigen, vorsichtiges Antasten, und Unsicherheit. Wie gesagt, auch während dem Akt kann sich noch alles zum negativen wenden.

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