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Die taz fällt ins Sommerloch - heraus kommt Bild ohne Farbe.

Am 18.7.2007 wollte die taz mal richtig auf die Kacke hauen und den Leuten die explizite Wahrheit "Vom trügerischen Reiz des Rugby-Bullen" verzapfen. Urs Wälterlin plaudert da wie Wagner aus dem Nähkästchen und man weiß sofort, wenn ein Autor "Immer wieder" verwendet, war er zu faul zum Recherchieren und projiziert seine randständige Erfahrung als Allgemeines, erhebt sich quasi zur Autorität in Sachen Lebensweisheit.
 
Das Objekt Wälterlins: Australische Rugby-Spieler. Die sind "120 Kilo schwer, haben Oberschenkel wie Baumstämme, kurz geschorene Haare und eine eingedrückte Nase." Widerliche Leute also, allesamt, aber schlimmer noch: "Und sie sind Objekt der Begierde - zumindest für gewisse deutsche Frauen."
 
Das gewisse deutsche Flittchen lässt sich also zur Rassenschande herab? Das empört den taz-Leser doch sehr am Frühstückstisch. Was man nicht sofort bemerkt: Der Nachtrag auf die lose deutsche Schlampe soll davon ablenken, dass eventuell beim Autor selbst ein Fünkchen Begierde mitwest und die homophobe Abspaltung bedingt.
 
"Immer wieder sehe ich dasselbe Szenario: Eine junge Deutsche kommt als Touristin nach Downunder und verliebt sich in einen dieser Hühnen."
 
Wälterlin hat also romantische Halluzinationen, die junge Deutsche fungiert dabei als Identifikationsfigur, wie in jedem guten Porno sowohl Mann als auch Frau als heimliche Projektionsfläche der bisexuellen Neigungen angeboten werden. Das Wort "Downunder" soll nochmal die Verkehrung betonen, die einer solchen quasi inzestiösen Verbindung innewohnt. Dass deutsche leichte Mädchen sich "Downunder", die sexuelle Konnotation des Wortes wird in Pornos ebenfalls reichlich genutzt, in australische "Rugby-Bullen" verlieben, stellt die Verhältnisse auf den Kopf, ist ja schon fast: Sodomie.
 
"Der Mann fürs Leben", sagt sie und setzt Himmel und Hölle in Bewegung, um bleiben zu können. Ein halbes Jahr später reist sie fluchtartig wieder ab - mit dem Schwur, nie wieder einen Fuß in das Land der Barbaren setzen zu wollen."
Das Land der Barbaren ist Australien also, die Hölle wird dem deutschen Mann heiß gemacht, wenn die deutsche Frau dort partout bleiben will.
 
"Austauschstudentin Corina" wird zu dem anscheinend seuchenartig um sich greifenden ["gerade wieder musste ich eine solche Szene miterleben"] Phänomen befragt, weil Austauschstudentinnen sich mit dem Austausch von Körperflüssigkeiten und Sexualpartnern auskennen. Sie tut ihren Job als verdorbenes Paradeflittchen:
 
"Er ist ein richtiger Mann", antwortet sie. Diese Aussage muss den gefühlsbetonten, intellektuellen, kulturbewussten Mitteleuropäer tief treffen. Da kämpft der Europa-Softie Wochen lang vorsichtig um die Gunst der modernen Deutschen - und dann kommt so ein "Bulle" und erobert sie am ersten Abend."
 
Reflektiert Urs hier etwa sein Problem? Nein, die Ironie ist durchaus augenzwinkernd affirmativ. Sie drückt den Wunsch aus, selbst zu dem zu werden, was man dem Rugby-Spieler unterschiebt: sich einfach nehmen, was begehrt wird, die Frau will das schließlich so, sie hat es ja auch mit diesem schon an der Statur als Vergewaltiger erkennbaren Macho getrieben. Trotzdem liebäugelt Wälterlin damit, ein typischer Europa-Softie zu sein, kulturbewusst gar. Merkwürdig, dass zumindest ich drei Frauen kenne, die unter gewalttätigen deutschen Ehemännern leiden, dass hierzulande virtuell alle Mittfünfziger hoffnungslose Patriarchen sind, die allenfalls mal nett zu ihrer Frau sind, wenn sie die Angst vor der eigenen Unselbstständigkeit packt.
 
"Tatsächlich scheint es die rohe, primitive Art vieler australischer Rugbyspieler zu sein, die auch sonst wählerische Frauen fasziniert."
 
Diese Frauen soll einer verstehen. Einem Adonis wie Wälterlin wird hierzulande keine aufblasbare Gummipuppe "Urs" gewidmet, aber so einem kurzgeschorenen Affen mit eingedrückter Nase laufen sie hinterher wie eine läufige Hündin.
 
Dabei "vergeht keine Woche, in denen Zeitungen nicht über Verfehlungen von Spielern berichten. Fahren im Suff, Prügeleien, Drogen, Grapschereien, sexuelle Belästigungen."
 
Wenn das so ist, denkt sich Wälterlin, wird er gleich morgen mal ordentlich koksen, im VW-Polo cruisen gehen und alles angrabschen, was nicht bei drei auf den Bäumen ist. Die wollen das doch so, denkt sich der beleidigte Wälterlin und fängt eine Schlägerei mit dem nächstbesten Fünftklässler an, der seinen Kaugummi nicht ausspucken will.
 
"Vor einem halben Jahr war dem halben Team von Profispielern aus Sidney vorgeworfen worden, eine Frau vergewaltigt zu haben - einer nach dem anderen."
Wälterlin verkneift sich gerade noch, die genauen Stellungen auszumalen, stellt sich wohl mental mit in die Reihe, um auch was abzubekommen, denn unerhörterweise: "Nach einiger Zeit wurden die Vorwürfe fallengelassen."
Da ist man sein Lebtag gut und redlich, und hat aber auch nix davon. Straffrei vergewaltigen, das geht in Australien, dem verbotenen Land der verbotenen Träume.
 
"Australische Clubs wenden ungeheure Mengen Geld für PR-Kampagnen auf, um das Bild von Rugbyspielern als "Helden" aufrecht zu erhalten. Denn Abermillionen von Sponsorengeldern stehen auf dem Spiel."
 
Wenn der deutsche Mann nicht weiter weiß in seiner Not, schimpft er auf das Geld, bevorzugt das in fremden Ländern.
"Psychologen" erklären mit Wälterlin das Phänomen: Gruppendruck, ein geringer Bildungsstand, Machokultur. Was Wälterlin akzeptieren kann, ist dass diese Menschen dumme Sexisten sind. Was er nicht akzeptieren kann, ist, dass die hübsche Austauschstudentin Corina, für die "schon das Aufschrauben einer Colaflasche für einen Mann ein Zeichen von Unterwürfigkeit" ist, sich trotzdem "mit Clark" einließ, "dem Rugbyspieler."
 
Clark hat wie alle australischen Rugbyspieler anscheinend pflichgemäß diverse Gruppenvergewaltigungen, Prügeleien, Drogenexzesse hinter sich. Kann ja gar nicht anders sein. Die Nutte Corina aber will Wälterlin nicht mal eine Colaflasche aufschrauben (früher sagte man: "einen von der Palme wedeln" oder ähnliches) aber mit Clark (schon der Name) bumsen, dass sich die Balken biegen. Skandal. Von der taz aufgedeckt. Einen Titelblattverweis wert! Etwa "Australischer Bulle vögelt Austauschstudentin. Skandal: Deutscher geht leer aus!" Ganz so explizit hat sich die taz nicht getraut. Das Original lautet:
 
"Rugby-Bullen. Immer wieder fallen deutsche Mädels auf die stämmigen Spieler in Australien herein. Warum das so ist: Seite 10."
Eine Moral für den Leser musste Wälterlin allein wegen des Titelverweises doch noch bringen:
 
"Nach langem Fragen wird klar: Es ist der Sex, der fasziniert."
 
Merkwürdig, antwortete sie doch in Spalte 1 schon unumwunden: "Er ist ein richtiger Mann." Wälterlin darf allerdings befriedigt von dannen ziehen:
 
"Doch auch die heißeste Nacht am Strand verliert schnell an Reiz, wenn man danach nur über turbogeladene Autos und saufende Kumpel sprechen kann - und Rugby. So ist auch Corina inzwischen wieder zurück in Berlin - verlobt mit einem Deutschen."
 
Anständig geworden ist sie nach dem Primitivling, statt Sexorgien also die Verlobung, deutsche Zucht und Ordnung, kultivierte Gespräche über das Weltklima, Fussball und die Dummheit der australischen Riesenlümmelträger mit ihren "turbogeladenen Autos", wo doch Wälterlin nur einen VW-Polo oder Ähnliches fährt.

31.7.07 10:28
 


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bisher 3 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Urs Walterlin (31.7.07 12:15)
Hallo Karl Karlsson
Die Taz hat mir den Link zu Deinem Blog weiter geleitet. Ganz herzlichen Dank, dass Du so viel Zeit aufgewendet hast, um Dich mit meinem Text zu befassen. Meine Frau und ich haben uns köstlich amüsiert. Und ich fühle mich echt geehrt.

Ich wollte, es wäre so einfach, wie Du schreibst. Ein bisschen Penisneid, ein bisschen Homophobie, ein bisschen Frustration, dass mir Corina nicht "einen von der Palme gewedelt hat" (ein glorioser Ausspruch übrigens, den ich nicht kannte). Aber ich hatte sie nie drum gebeten. Vielleicht bin ich mit 46 einfach zu alt für solche Eskapaden, obwohl der Gedanke daran durchaus reizvoll ist.

Wahrscheinlich aber wäre das auch das letzte gewesen, was Carina nach ihrem Erlebnis mit diesem Mann noch gebraucht hätte, einem laut ihrer eigenen Beschreibung grässlichen Chauvinisten der keinerlei Achtung hatte vor ihr, oder jeder anderen Frau. Da bin ich doch lieber ein europäischer Softie (Schweizer übrigens, nicht Deutscher), auch wenn mir deswegen die Erfahrung einer Sexorgie entgeht.

Und noch etwas: ich wollte, ich könnte einen Golf fahren. Wenn man als Korrespondent am Arsch der Welt arbeitet, kann man sich deutsches Luxusgut nicht leisten. Fast nicht: mein Schatzi ist Deutsche.

Mach weiter so!


Herzlich aus Downunder (das heisst wirklich so)

Urs Wälterlin


nichtidentisches / Website (31.7.07 14:05)
Ich weiß, dass das so heißt und nett, dass du dich vor der zentralen Kritik so humorvoll drückst...


nichtidentisches / Website (31.7.07 16:25)
Glaub mir, man kann auch als Softie Sexorgien haben...
Meine Kritik war:
Du gehst von einem individuellen Schicksal aus, das du nicht weiter erläuterst, und abstrahierst auf ein Allgemeines, von dem man im Text wenig Stichhaltiges mitkriegt. Vielleicht hätte sich die taz entscheiden sollen, dir einen längeren Artikel über australischen Machismo zu genehmigen. Oder eine Individualreportage über das Schicksal Corinas, was einen subjektiven Zugang ermöglicht hätte.
So entsteht ein äußerst unguter Mischmasch aus Exploitation individueller Schicksale, Aufwertung eines fiktiven Kollektivs "deutscher Mann" und pauschale, nicht weiter begründete Abwertung eines Fremdkollektivs, den "Rugbybullen". Eine Differenzierung suche ich vergeblich und so sehr mich das Thema interessiert hätte, finde ich auch keinen Informationsgewinn. Für einen Wahrheitsartikel zu unsatirisch und für eine Reportage zu bemüht jovial.
Dass die taz das auch noch auf der Titelseite verlinkt ist schon ein Armutszeugnis.

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