Startseite
    Antiamerikanismus
    Antisemitismus
    Islamismus
    Verwaltete Welt
    Kulturindustrie
    Rassismus
    Aberglaube
    Kulturalismus
    Make a wish
  Über...
  Archiv
  African Islamism
  Gesammelte Werke
  Texte
  African witch-hunts
  Gästebuch
  Kontakt
 

  Abonnieren
 


 
Links
   Sofakunst
   Wikipedia
   Fremdwörter-Lexikon
   Marx-Engels-Werke
   Asia Times
   This is Zimbabwe
   
   Achse des Guten
   adf
   africa daily
   african studies quarterly
   african sun news
   aftershow
   against
   allafrica.com
   Antibürokratieteam
   Arabs for Israel
   Jaegerzaun
   Atlas Shrugs
   Bad Blog
   Bahamas
   What is witchcraft?
   Botschaft Israels
   ca ira Verlag
   unterdemstrich
   Camera
   classless
   ChinaDaily
   Die Jüdische
   Dissidenz
   Emma
   e pluribus unum
   Ex-Blond
   EYEontheUN
   FdoG
   Frontierpost Pakistan
   Fuchsbau
   Gripsiltis
   Haaretz.com
   Hadith Database
   honestly concerned
   Iranfocus
   iraqui bloggers central
   israel defence force
   Israel News Infolive
   Israpundit
   Ivison
   Jerusalem Post
   John Cox
   kaffe ohne sahne
   Karwan Baschi
   LittleGreenFootballs
   lizas welt
   maedchenblog
   Matthias Küntzel
   MEMRI
   Middle East Info
   myissue
   nada
   No Blood for Sauerkraut!
   planethop
   prodomo
   sandmonkey
   sozioproktologe
   spirit of entebbe
   starblog
   Telegehirn
   tous et rien
   ugly dresden
   unkultur
   WADI
   weapons of modern democracy
   western resistance
   Wind in the Wires

kostenloser Counter

Webnews



http://myblog.de/nichtidentisches

Gratis bloggen bei
myblog.de





 
Tom Stauffenberg - oder warum sollte eigentlich kein Scientologe am Film mitwirken.

Tom Cruise, dauergrinsender Beau und Actionheld, hat für "Valkyrie" die Hauptrolle erhalten. Die Empörung ist groß: Tom Cruise ist (missionierender) Scientologe, als solcher dürfe er den deutschen Volkshelden nicht spielen, weil in Deutschland Privates und Politisches nicht getrennt wird.

Der Verdacht liegt nahe, dass es hier nicht um eine Kritik an Scientology geht, sondern um ein verzerrtes Bild von Stauffenberg auf der einen und der Kulturindustrie auf der anderen.

Die erste Frage ist: Wenn ein Deutscher (Bruno Ganz) eine Hitler-Hagiographie gespielt hat, warum soll dann nicht ein Scientologe eine Stauffenberg-Hagiographie spielen? Sollte der Film wider Erwarten gut und kritisch sein, ist nichts dagegen einzuwenden, dass ein Mensch mit allseits bekanntem Spleen diese Kritik vorträgt. Da er es nicht sein wird, sondern sich in die hinlänglich bekannten, mit ein paar "abschreckenden" Angstlust-Bildern gewürzten Nazi-Schmonzetten einreihen wird, ist die Diskussion hinfällig, denn warum sollte man für eine solche Rolle einen anständigen Menschen korrumpieren, wenn es doch Menschen wie Tom Cruise gibt.

Der Protest ist primär einer, der um die Integrität eines weiteren Persilscheins für Deutschland fürchtet. Wo man den Untergang ernsthaft in die Klassenzimmer holen will, stört ein Scientologe, ein amerikanischer zudem, den Rosenkranz der Aufarbeitung. Dass ein Deutscher die Rolle nicht bekam, sondern eine amerikanische Heuschrecke wie Tom Cruise ist das eigentliche Problem:

"Er habe nichts gegen Cruise, sagte Kretschmann weiter. "Aber er ist der Inbegriff des modernen amerikanischen Actionkinos. Wenn ich mir den in deutscher Uniform mit Augenklappe vorstelle, finde ich das eher lächerlich."

Es geht also um Authentizität: deutsches Kino mit deutschen Themen und deutschen Darstellern für ein deutsches Publikum. Der betriebene Stauffenberg-Kult in Deutschland ist nicht Objekt der Kritik. Dass ein Nazi einen Nazi ausschalten wollte, und Rackets gegen Rackets kämpften macht noch keinen antifaschistischen Widerstand. Stauffenberg war am Vernichtungfeldzug ideologisch wie militärisch beteiligt.

„Die Bevölkerung ist ein unglaublicher Pöbel, sehr viele Juden und sehr viel Mischvolk. Ein Volk, welches sich nur unter der Knute wohlfühlt. Die Tausenden von Gefangenen werden unserer Landwirtschaft recht gut tun.“

Claus Schenk Graf von Stauffenberg in einem Brief an seine Frau Nina aus dem besetzten Polen

Dass einem derart denkenden erwachsenen Menschen auf einmal in den Sinn kommt, er habe 4 Jahre lang einen ungerechten Krieg geführt, ist unglaubwürdig. Stauffenberg wollte mit dem Tode Hitlers den Krieg gewinnen, und wenn das bedeutete ihn zu beenden. Im Juli 1944 war der Krieg verloren und ein Großteil des europäischen Judentums vernichtet. Die Vernichtungsmaschinerie Auschwitz lief noch ein halbes Jahr weiter. Zu lange, als dass man nicht auch einen Frieden mit einem Stauffenberg-Regime in Erwägung hätte ziehen müssen. Darum geht es dem Stauffenberg-Kult nicht. Juden spielen keine Rolle bei der Glorifizierung. Es interessiert das Ansehen Deutschlands. Sonst nichts.

Kulturindustrie wird in Deutschland, wo DDR-Fernsehen und Volksempfänger zu lange wirkten, immer noch primär volkspädagogisch missverstanden. Die Vergangenheit wird als Volkseigentum betrachtet, die somit auch nur im Namen des Volkes besprochen werden dürfe. Politisches und Privates wird nicht mehr getrennt, das heißt, nur dann, wenn ein Volksheld wie Günter Grass ernsthaft zur moralischen Kasse gebeten werden müsste.

Valkyrie wird primär Entertainment. Wer Aufarbeitung der Vergangenheit will, muss sich mit ernsthaften Dokumentarfilmen und Büchern aufhalten. Wer schon akzeptiert hat, dass der nationalsozialistische Vernichtungskrieg durch die kulturindustrielle Bearbeitung Angstlust und Spannung erzeugen, und überdies Millionen in die Kassen deutscher Filmunternehmen spülen sollen, macht sich mit der Klage über die reaktionäre Gesinnung eines Hauptdarstellers lächerlich.

24.7.07 12:21
 


Werbung


bisher 11 Kommentar(e)     TrackBack-URL


??? (24.7.07 14:15)
Ist der olle Bruno nich Schweizer? Oder ist die Schweiz eigentlich ja auch Deutschland?


nichtidentisches / Website (24.7.07 19:17)
Oh. Ändert aber wenig. Schweiz? Ich bin der Meinung, wer nicht dagegen war, war dafür.


Chad (25.7.07 00:36)
Na, mal abgesehen davon, daß du mal wieder Antiamerikanismus witterst, wo keiner ist, ein erstaunlich guter Beitrag. Schön, daß mal jemand die Tatsache benennt, daß Stauffenberg kein bißchen weniger Nazi war als die Führungsclique, sondern nur etwas pragmatischer dachte.

Ansonsten tutest du ja mit Kretschmann ins gleiche Hörnchen: es wird ein belangloser "amerikanischer" Film, das dürfte aufgrund bekannter Sachzwänge (man weiß, was das Publikum zu wollen hat) kaum zu vermeiden sein.

Und wenn irgendwelche Kulturmenschen ein Problem mit Tommis seltsamer Ideologie haben (die vermutlich vllt nicht nur, aber auch reines Ausnutzen bestehender Seilschaften sein dürfte), dann ist das in etwa so logisch wie ein Protest von Bayern-Fans gegen den moslemischen Neuzugang Ribery. Solange Cruise nicht fiese Scientology-Propaganda hinterrücks in den Film einbaut und Ribery den Ball nur ins Tor und nicht sprengstoffgefüllt gegen Hochhäuser schießt, sehe ich da keine Probleme ;-)

Aber warum sollte man sich auch die Gelegenheit zu einer zünftigen Mahn-und-Betroffenheitsscheindebatte entgehen lassen, ist ja hierzulande schon irgendwie Volkssport.


Alficek (25.7.07 17:38)
So wie ich die Sache mitgekriegt habe geht es auch um die Befürchtung, wie die Verfolgung der Juden durch Scientology für eigene Zwecke vereinnahmt werden kann: "Seht her, Juden und Scientologen müssen sich gemeinsam gegen die Verfolgung in Deutschland wehren".
Widerliche Vorstellung, oder ist das okay für Dich?

Siehe:
http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/2007/0704/lokales/0007/index.html

"Sie beriefen sich auf den Juden Bryan Singer - und es war klar, dass Juden und Scientologen jetzt gegen die Deutschen zusammenhalten müssen."


nichtidentisches / Website (25.7.07 21:25)
wenn es so wäre, dass scientologen gegen Deutschland kämpften, dann wäre das nicht das kritikabelste an der Organisation. Meine Güte, Scientology ist Scientology. In Deutschland gibts auch noch Waldorfschulen...
Es ging in keiner Stellungnahme um eine Instrumentalisierung und das ist auch völliger Humbug: Tom Cruise spielt einen Nazi. Das ist zu thematisieren. Wenn daraus eine Opfergeschichte gemacht werden soll, ist das ein primär deutsches Problem, keines von Scientology.


der Klassensprecher von 1984 (25.7.07 22:44)
Der erste vernünftige Beitrag von dir, den ich kenne.


nichtidentisches / Website (26.7.07 09:05)
Um es nochmal zu betonen: Ich sehe den Zusammenhang der Instrumentalisierung als scheinbaren an: Wenn man Stauffenberg als Anti-Nazi versteht und ihm ein Heldendasein unterschiebt, könnte es sein, dass Scientology versuchen könnte was davon abzubekommen. Warum aber Scientology nicht, Deutschland aber schon was davon abbekommen soll, bleibt mir schleierhaft. Stauffenberg war kein Judenfreund. Also spielt Cruise keinen Judenfreund. Somit erübrigt sich die Instrumentalisierungsdebatte. Was soll Scientology also davon haben, Cruise als Darsteller eines Nazis zu sehen? Es hat nur in verkehrten Verhältnissen etwas davon, in denen Stauffenberg als Antifaschist gilt.


Alficek (26.7.07 12:35)
Das werden wir ja sehen inwieweit der Film Stauffenberg als unbelehrten Nazi und ob er ihn als Judenfeind hinstellt. Dein Optimismus, daß Cruise die Rolle des unsympathischen Nazi-Monsters spielen wird und nicht den zum Helden im Widerstand gewandelten, kann ich nicht ganz nachvollziehen.

Verstehe ich das richtig: jede Sekte, die sich verfolgt vorkommt, kann deinetwegen beliebig an das Leid der Juden andocken, wenns nur dem guten Zweck dient? Sind wir nicht alle ein bißchen Opfer? Die Juden gleichermaßen wie die Scientologen? Und demnächst vielleicht auch Hundehalter und Raucher? Ich komm da nicht ganz mit.


nichtidentisches / Website (26.7.07 20:33)
Sicher kommst du nicht ganz mit. Ich erklärs dir nochmal:
1. Der Film wird eine Schmonzette
2. Es geht nicht um Juden
3. Sondern um die Ehre des "heiligen Deutschlands"

Also: Tom Cruise wird einen rundum sympathischen, der "Dialektik" halber mit ein zwei Widersprüchen ausgestatteten Lebemann spielen, den eine ernste Besorgnis darum umtreibt, ob denn seine Frau bei dem ganzen Krieg und so noch genug Spaß am Sex hat. Weil Hitler ein Böser ist, muss er ihn wegmachen, um danach weiter toller General sein zu dürfen, Polen halten und so. Das mit dem Judenproblem kann man ja dann verhandeln.

Was bitte soll man daran instrumentalisieren? Doch nur denen gegenüber, denen dieser Naziputschversuch als Antifaschismus gilt. Und wer ist dann zu kritisieren? Der auf einer Lüge aufbauend instrumentalisiert oder der lügt?


nichtidentisches / Website (26.7.07 20:36)
Man kann nur froh sein, dass zu dem Zeitpunkt kein fähigerer Feldherr als Hitler das Oberkommando erhielt. Hitlers strategische Fehlentscheidungen erwiesen sich in dem ganze Grauen als furchtbarer "Glücksfall".


Alficek (28.7.07 13:11)
Im Zweifel sollte man natürlich alle kritisieren! Und: eine Instrumentalisierung wird nicht weniger kritikwürdig, nur weil sie auf falschen Voraussetzungen aufbaut.

Genau in diesem Sinne kann ich es nicht verstehen, daß Du nichts dagegen hättest, daß Scientology was abbekommt vom Widerstandsmythos, im angenommenen Falle, Stauffenberg würde zum Widerstandskämpfer stilisiert. Da sitzen die idelogischen Scheuklappen aber richtig fest: wenn ein angenommener Feind Deutschlands profitiert, dann kann das doch nicht kritikabel sein - egal wie totalitär und freiheitsfeindlich er ist.

Im Fall, daß Stauffenberg nicht zum Widerstandskämpfer stilisiert wird, ist die Gefahr kliener, richtig. Dann bleibt vielleicht nur wie Scientology jetzt schon herumtönt: "wie hartnäckig Andersgläubige verfolgt werden".

Name:
Email:
Website:
E-Mail bei weiteren Kommentaren
Informationen speichern (Cookie)



 Smileys einfügen



Verantwortlich für die Inhalte ist der Autor. Dein kostenloses Blog bei myblog.de! Datenschutzerklärung
Werbung