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Parthenogenese der Lokomotiven - oder Jim Knopfs Inzestwunsch


(Man beachte, dass im Zeichentrickfilm entgegen der Geschichte Lukas ganz weiß ist.)

Was ich von Michael Ende halte, habe ich in "Wie Michael Endes falscher Kapitalbegriff zum Antisemitismus treibt" dargelegt.

Dennoch kann ich seinen Büchern eine gewisse Qualität nicht absprechen, in ihrem allegorischen Reichtum und den exotischen Phantasien stellen sie eine überaus reiche Projektionsfläche für infantile Projektionen dar. Will man Michael Ende glauben, entstand "Jim Knopf" aus spontanen Assoziationen, er schrieb ohne Konzept. Das macht es leichter, die Geschichte psychoanalytisch zu lesen. Weil hier niveauloses Bloggen stattfindet, und nicht Wissenschaft, kann die reichhaltige Literatur schamlos vernachlässigt oder heimlich geklaut werden. Mich interessierte nämlich vor allem ein Aspekt, der jeder Person mit psychoanalytischem Grundwissen sofort ersichtlich wird:

Die Lokomotive Emma kriegt ein Kind. Molly heißt die kleine und wird später geklaut. Nur, wie kommt eine Lokomotive dazu, ein Kind zu bekommen? Diese Frage stößt Kindern augenscheinlich kaum auf: Jedes Lebewesen kriegt Kinder, und Emma ist eine lebende Person. Sie hat Augen, reagiert und ist die Gespielin von Lukas, dem bärenstarken Alleskönner. Das Perpetuummobil, das Energie aus sich heraus erzeugen kann ist ja wohl mindestens auch zur Parthenogenese befähigt.

Mit typisch-reaktionär weiblichen Repräsentanzen wie Gehorsamkeit, Pflichtbewusstsein und Anpassungsfähigkeit ist Emma die ideale Mutter des narzisstischen Kindes. Lukas ist der ideale Vater, ein niemals böswilliger Alleskönner, der sogar den Looping spuckt. Da muss einiges abgespalten werden, und dafür gibt es Räuber und Drachen.

Nun ist die Frage, ob Emma vielleicht heimlich eventuell doch etwas mit den lüsternen Drachenwächtern hatte, abwegig. Molly hat schließlich keinen Drachenschwanz oder ähnliche Merkmale eines Hybriden.

Es gibt eine Zeugungsszene, in der allerdings nicht Lukas, wie zu erwarten wäre, es ist schließlich seine Lokomotivenfrau, sondern Jim Knopf Emma "begattet". Als der Kolben mitten in der Ödnis bricht und alle drei durch diese plötzliche Kastration (die übrigens die Strafe für den höchst destruktiven Akt ist, die vorangegangene Zerstörung des einzigen Weges durch das allerhöchste Gebirge), mit dem Leben bedroht sind (die Beklemmung, ja das heimlich Unheimliche ist meisterhaft, wenngleich unbewusst erarbeitet), ist es allein Jim Knopf, dem es WEGEN seiner geringen Größe erlaubt ist, Emma zu reparieren. Er steigt unter Lebensgefahr (schließlich weiß man nie, ob Lukas doch noch der kastrierende Vater wird) in den Kessel, richtet den Kolben, und als er herauskommt, wird er von Lukas als "Mein alter Jim" begrüßt. [Diesen Hinweis habe ich aus Mosers etwas hagiographischen Buch "Jim Knopf und die sieben Weisen"].

Kein Wunder, dass diese Hybridisierung gelingt, denn die schwarze Lokomotive mit dem schwarzen Lokomotivführer braucht einen schwarzen Jim Knopf, um die schwarze Molly zur Welt zu bringen.

Und weil Lukas nicht geeignet, nicht passend für Emma ist, darf, ja sogar muss, der kleine Jim Knopf ran. Ein klassischer ödipaler Wunsch, den Ende hier erfüllt, die Notsituation rechtfertigt das "gefährliche" Unterfangen. Die narzisstische Umkehrung verspricht dem lesenden Kind, wie auch dem Erwachsenen, Reinheit und Vollkommenheit. Jim Knopf ist übrigens schwarz und sauber, Lukas ist schwarz und nicht sauber, trotz Lokomotivführerseife.

Die übrigen männlichen Personen sind ebenfalls der narzisstischen Umkehrung gemäß kastriert, Alfons als lächerlicher König ohne Frau. Turtur, der nur aus der Ferne groß ist, nur weil er mit pipsiger Stimme redet und dann lächerlich klein wird, kann man sich mit ihm anfreunden. Nepomuk, der Halbdrache, ist ein Gernegroß. Der Kaiser, der von seinen "Bonzen" umgeben ist, die gegen seinen Willen handeln, ist seiner Tochter beraubt und nicht mächtens, sie wieder zu erlangen.

All dies überwindet vor allem der heldenhafte kleine Jim Knopf im Gespann mit Lukas. Und gegen Ende gelingt sogar die Überwindung der phallischen Mutter im Käfig, in die Ende alles hineinprojiziert, was noch an rasender Zivilisationsfeindschaft in ihm übrigbleibt, nachdem er die "Bonzen", Zeichen der Vermittlung zwischen Untertan und Souverän, beseitigt und entmachtet hat. Inmitten der Wildnis, abseits der Zivilisation, besteht die Drachenstadt, die interessanterweise rassistisch organisiert ist: Die Halbdrachen, die nur scheinbar gefährlich sind, bleiben draußen, nur wirklich gefährliche Burschen haben hier Zutritt, und ihre Anführerin ist Frau Mahlzahn. Sie regiert mit der Peitsche eine Schule, wofür die Kinder lernen, ist unwichtig, man erfährt nur, dass es eine Qual ist. Der gütigen Frau Waas und der immer willfährigen Emma steht nun die erziehende, gestrenge und hexenhafte Mutter Mahlzahn gegenüber, die, man weiß es schon: gebändigt wird durch den kleinen tapferen Jim, der dadurch die Prinzessin gewinnt (was ja selbstverständlich ist) wichtiger aber noch: Er ist in der Lage, Molly zu empfangen, das gelungene Produkt des Inzestes unter wohlwollender Aufsicht des Vaters und ihm dadurch ebenbürtig zu werden.

Dazu noch erhält er sein eigenes Stückchen Land, das ihm ermöglicht, von den doch einengenden und nach der Reise nicht länger abzuspaltenden Nachtseiten der Inselidylle Abschied zu nehmen. Und das auch noch mit Hilfe der zur Oma kastrierten, und folglich lieb und weise gewordenen Drachenfrau Mahlzahn. In Teil zwei kastriert und zähmt Jim Knopf kurzerhand die Räuber, dass es nur so eine Art hat. Meistens sind die Räuber draußen im Wald oder hier im Meer in irgendeiner Weise hilfreich, mitleidig oder können gar lesen und schreiben, klassisches Vermittlungsthema nutzbarer Aggression.

Sie erfüllen prinzipiell eine wichtige Aufgabe, nämlich die Übermittlung des Kindes an die erziehende Frau Mahlzahn, der mit ein wenig Glück durch falsche Zustellung (also ebenfalls ein sexuell konnotiertes "Missgeschick", ein Inzest, das Boot rammt die Insel, die Zeichen sind nicht lesbar, aus Kummerland wird Lummerland, was im Prinzip das Gleiche ist und abgespaltet wird) zu entgehen ist, die Flucht Jim Knopfs in eine narzisstische Welt, in der allein sein Loch in der Hose ein Problem für Frau Waas ist, (es ist vermutlich weniger das Loch, als das Gegenteil davon, die Flickszene mündet in das Masturbationsverbot, dessen Zeichen der Knopf ist), alles andere aber mit starken Muckis von Lukas, Emmas Dampf (man denke an den nährenden Kochtopf) oder Jims infantile Weisheit und Güte zu lösen ist.
Ferner ermöglichen sie im zweiten Teil Jims erneute Flucht von dem insgeheim zum Kummerland werdenen Lummerland.
Als der Druck von Frau Waas und Alfons schon einmal zu groß wurde, (Lummerland ist zudem "zu klein" für Jim) entstand im weiten Ozean die perfekte Triade aus einem vollkommenen phallischen Vater, einer absolut passiven Mutter, und einem zu 100% guten Kind, das der einzige Grund dieser Reise war.

Als positive Handlungsanweisung ließe sich die Geschichte dadurch lesen, dass alle Versuche, diese Triade beizubehalten, in die stets schon beabsichtigte Rückkehr zu den Eltern und die Vereinigung mit der Prinzessin, die die Aufgabe der Mutter bedeutet, münden: Die Lokomotive, Sinnbild der nährenden Mutter, wird klein, und damit wird Emma auch ein wenig bedeutungsloser, ersetzt. Jim wird selbstständig, gibt den Wunsch nach einer großen Emma auf und erhält zur Belohnung dafür die kleine Molly und LiSi, die ihn trotz ihrer devoten Art immerhin mit ihrer Bildung beeindruckt, was auch einziger Lichtblick inmitten der reaktionären Rolenbilder ist. Als die ihm auf dem Höhepunkt seines Glückes und der phallischen Erweiterung genommen, und er damit kastriert wird, wird er rasend, das Abenteuer muss zum zweitenmal unter Abhängigkeit von Lukas beginnen.

Es ist kein großes Wunder, dass eine solche Geschichte von Kindern wie Erwachsenen geliebt wird und in ihrer Qualität ist das auch berechtigt. Es bliebe nur zu fragen, ob in der Geschichte Wege der Reflexion angedeutet sind, die den Narzissmus scheitern lassen, ihn kränken, ohne ihn an anderer Stelle aufzuwerten.

25.4.07 11:57
 


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bisher 4 Kommentar(e)     TrackBack-URL


(25.4.07 13:57)



nichtidentisches / Website (25.4.07 19:58)
Danke!


Nichtidentisches / Website (2.6.08 21:28)
Nun ja, nach einiger Zeit erscheint mir der Text dann doch etwas gestückelt, man verzeihe den ruppigen Stil und die vielen Kommas.


(4.9.10 11:11)
http://breitlingy.blogspot.com/
http://www.bloglines.com/blog/breitlingwatch
http://www.blurty.com/users/watch123321
http://watch123321.bravejournal.com/
http://www.desmoinesregister.com/apps/pbcs.dll/section?category=PluckPersona&plckPersonaPage=PersonaBlog&plckUserId=92f42cbdf41a400d826e879e12c29965&U=92f42cbdf41a400d826e879e12c29965&sid=sitelife.desmoinesregister.com
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